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Nach Sieg beim Confed Cup
Can hat noch nicht genug und will Titel mit Liverpool

FC Liverpool: Emre Can hat noch nicht genug
Emre Can klatscht nach einem Sieg im Testspiel gegen Hertha BSC in die Hände. FOTO: dpa, soe
Emre Can ist einer der Gewinner dieses Sommers. Seine nächsten Ziele: Titel mit dem FC Liverpool – und die WM 2018 in Russland.

Was denn nun mit Juventus Turin ist, bleibt erst mal das Geheimnis von Emre Can. Die Frage danach ist nicht erwünscht, Diskussionen um die Zukunft des Nationalspielers will der FC Liverpool nicht aufkommen lassen dieser Tage. Audi Cup in München am Dienstag gegen den FC Bayern (Turnierbeginn 17.45 Uhr/ARD), am 12. August Auftakt in der Premier League, wieder ein paar Tage später Play-offs zur Champions League – das zählt.

Can sitzt im Hotel Überfahrt in Rottach-Egern am Tegernsee, wo Jürgen Klopp und seine Mannschaft Quartier bezogen haben, und so oft, wie er "wir" sagt oder von "uns" redet, ist in der Tat nur schwer vorstellbar, dass er einen Wechsel zu Juventus Turin in Erwägung zieht. "In den nächsten Jahren will ich mich schon weiterentwickeln hier in Liverpool, und dann will ich schon eine tragende Rolle in der Nationalmannschaft spielen", sagt er.

Can hat einen recht ereignisreichen Sommer hinter sich. Beim Confed Cup in Russland war er in jedem Spiel dabei, "das war ein sehr schönes Erlebnis, mein erster Titel, toll", sagt er. Can glaubt, dass er die tragende Rolle, die ihm Bundestrainer Joachim Löw ein Jahr vor der WM zugedacht hatte, "ganz okay" ausgefüllt hatte. Und er wiederholt zuversichtlich, was Löw nach dem Confed Cup sagte: "Jeder einzelne Spiele ist im Standing gestiegen."

Juve will Can als Khedira-Nachfolger

Dass Can seit drei Jahren in Liverpool und mittlerweile bei der Nationalmannschaft gute Leistungen zeigt, ist erwartungsgemäß nicht verborgen geblieben. Juventus Turin, wird kolportiert, will den 23 Jahre alten gebürtigen Hessen angeblich als Nachfolger für Weltmeister Sami Khedira verpflichten. Italiens Rekordmeister hat dem Vernehmen nach 35 Millionen Euro Ablöse geboten. Stand der Dinge? Unklar.

Fakt ist: Can hat in Liverpool noch einen Vertrag bis 2018. Und sein Stellenwert in der Mannschaft ist so schlecht nicht, als dass die Reds auf ihn verzichten könnten. 129 Einsätze in drei Jahren, das ist eine Hausnummer. "Es ist schwer von sich selbst zu reden", sagt Can, und doch ergänzt er mit berechtigtem Stolz und Selbstbewusstsein: "Ich gehe jetzt in die vierte Saison, glaube schon dass mein Stellenwert in der Mannschaft gestiegen ist."

Jürgen Klopp, das ist kein Geheimnis, würde Can gerne behalten. Und Can, so hört er sich an, will bleiben. Zumindest hat er Pläne – mit Liverpool. "Wir wollen dieses Jahr Champions League spielen, wir wollen nächstes Jahr Champions League spielen", sagt er. In diesem Jahr, das heißt: Am 15./16. und 22./23. August die beiden Play-off-Spiele zur Königsklasse überstehen, in der kommenden Saison dann möglichst direkt qualifizieren.

Anfield ist für Can "etwas ganz Besonderes"

Und mal ehrlich: warum sollte er wechseln? "Für mich persönlich", sagt Can, "ist die Premier League die beste Liga der Welt", in der es "Riesenspaß macht zu spielen", und "das Geld stimmt auch, muss man ganz ehrlich sagen." Und dann ja auch noch der FC Liverpool, mit dieser Tradition, diesem Stadion, diesen Fans. "Wenn du in Anfield spielst, wenn du 'You'll never walk alone' hörst, kriegst du jedes Mal wieder Gänsehaut, das ist schon etwas ganz Besonderes."

Eins ist aber auch gewiss: Can will Titel gewinnen. "Wenn du bei einem so großes Verein wie Liverpool spielst, ist es immer das Ziel, und so müssen wir auch in die Saison gehen." So wird er jedenfalls in die Saison gehen. Und wenn es nicht klappt mit Liverpool, gibt's ja immer noch die Nationalmannschaft.

(sid)
 
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