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Liverpool im Finale des Ligapokals
Klopp wünscht sich Derby – und hat Angst vor Einbrechern

Liverpool - Stoke
Liverpool - Stoke FOTO: ap, JS, KW
Liverpool. Jürgen Klopp konnte nicht hinschauen. "Ich war nicht in der besten Verfassung", sagte der Trainer des FC Liverpool nach dem Elfmeter-Drama im Ligapokal: "Ich habe nicht einen Schuss gesehen." In dem Moment, als Joe Allen den entscheidenden Elfmeter für die Reds gegen Stoke City verwandelte, versteckte sich Klopp "hinter einer Wand von Spielern".

Danach war der Jubel ähnlich emotional wie zuletzt in der Liga. Doch diesmal blieb Klopps Brille heil  – auch wenn sich der FC Augsburg vor dem Europa-League-Duell gegen die Reds via Twitter über die zerbrochene Brille Klopps lustig machte. Auf seinem englischsprachigen Twitter-Account postete der Bundesligist vor Liverpools Halbfinal-Rückspiel am Dienstagabend ein Bild, auf dem in einem Notfallkasten eine Brille im typischen Klopp-Stil zu sehen ist, darauf die Aufschrift: "Break glass in case of emergency."

Klopps Brille war am vergangenen Samstag beim Jubel nach dem Treffer zum 5:4 des FC Liverpool bei Norwich City zu Bruch gegangen. Eigentlich habe er eine zweite Brille, "aber ich finde sie nicht. Denn es ist ziemlich schwierig, eine Brille ohne Brille zu finden", sagte der frühere Dortmunder Coach anschließend mit einem Schmunzeln.

Der 48-Jährige konnte sich nach dem Elfmeter-Drama gegen Stoke ungetrübt über den ersten Finaleinzug mit Liverpool freuen. "Das ist ein sehr spezieller Moment", sagte Klopp nach dem verrückten 6:5 im Elfmeterschießen am späten Dienstagabend. Und Englands Fußball-Legende Gary Lineker schrieb mit einem Augenzwinkern bei Twitter: "Wenn du ein Elfmeter-Schießen gewinnen willst, hol' dir einen deutschen Trainer."

"Ganz Liverpool hat es verdient"

Zuvor hatte der ehemalige Bremer Bundesligaprofi Marko Arnautovic (45.+1) Stoke aus klarer Abseitsposition in Führung gebracht und so Liverpools Hinspiel-Sieg kurz nach dem Jahreswechsel wettgemacht. Klopp wütete an der Seitenlinie, konnte nach einem echten Thriller aber doch noch ausgelassen feiern. Liverpool-Torwart Simon Mignolet hielt gegen Marc Muniesa, Allen traf eiskalt. "Ganz Liverpool hat es verdient", sagte Klopp.

Im Finale am 28. Februar im Londoner Wembley-Stadion kämpft Klopp damit um seinen ersten Titel auf der Insel. "Das ist cool", sagte der Deutsche: "Im Finale zu sein, ist die einzige Möglichkeit, das Finale zu gewinnen. Wenn du es gewinnst, wird sich jeder in 200 Jahren daran erinnern." Aber der Druck sollte nicht zu groß werden, Liverpool habe noch nicht mehr als die "Chance" auf einen Titel.

Im Endspiel wünscht sich Klopp ein echtes Merseyside-Derby gegen den Stadtrivalen FC Everton. Die "Toffees" mussten am Mittwochabend ein 2:1 aus dem Hinspiel bei Manchester City verteidigen. Ein Derby wäre "großartig für die ganze Stadt", sagte Klopp. Allerdings hätten Einbrecher dann Hochkonjunktur. "Wenn ganz Liverpool zum Finale fährt, ist das toll, aber dann müssten wir auf unsere Häuser aufpassen – das wäre eine leere Stadt", sagte Klopp.

Geht Klopp mit 200 Millionen Euro auf Shopping-Tour?

Doch das Finale in Wembley soll für Klopp und Liverpool erst der Anfang sein. Für nächste Saison plant der Traditionsklub offenbar den richtig großen Angriff auf die Spitze in England. Angeblich stünden Klopp im Sommer über 200 Millionen Euro zur Verfügung, um auf Shopping-Tour zu gehen. Das berichtet die "Sport Bild". In England wird schon lange spekuliert, Klopp würde nur zu gerne unter anderem Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach und Alex Teixeira (Schachtjor Donezk) unter Vertrag nehmen. "Wir haben Geld, aber wir sind nicht in Disneyland, wo jeder sagen kann, was er haben will", sagte Klopp zuletzt über die Transfer-Gerüchte. Im Hintergrund werkelt er sicher fleißig an seinem neuen Team. Nun greift Klopp aber zunächst einmal nach seinem ersten Titel mit Liverpool.

(seeg/sid)
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