Manchester City: Träume aus 1001 Nacht: Investor aus Abu Dhabi spendiert 663 Millionen Euro
VON CHRISTIAN HELLMANN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 15:22Manchester (RPO). Es mutet für viele Fußball-Fans wie ein Märchen an. Kurz vor Ende der Transferphase in England hat Manchester City den brasilianischen Nationalspieler Robinho von Real Madrid für 40 Millionen Euro Ablöse verpflichtet und den großen FC Chelsea düpiert. Möglich wurde der Transfer-Coup mit der Übernahme des Vereins durch arabische Investoren nur einen Abend vor dem Überraschungs-Deal.
Ein Weltstar von den "Königlichen" Madrids zu den "Citizens" - den "Bürgern". Sein Abstieg aus dem Adel des Fußballs wurde Robinho zumindest materiell vergoldet: Rund 108.000 Pfund (etwa 139.000 Euro) soll Robinho nach Angaben der "Sun" in der Arbeiterstadt im Nordwesten Englands pro Woche verdienen - 10.000 Pfund mehr als beim FC Chelsea. Wie ein Arbeiter vom Bau wird Robinho somit zumindest nicht bezahlt.
Groß ist der Ärger nun beim FC Chelsea und speziell seinem Trainer Felipe Scolari. Der hatte Robinho als seinen absoluten Wunschspieler bezeichnet und ihm eine Schlüsselrolle in seinen taktischen Planungen zugedacht. Ein Bekannter von Scolari wird von der "Sun" mit den Worten zitiert: "Er ist viel zu professionell, um einen Aufstand zu machen, aber es ist ein harter Schlag für ihn." Chelsea wollte die von Real Madrid geforderte Ablösesumme nicht zahlen.
"18 Spieler auf Weltklasseniveau"
Freuen darf sich dagegen sein Pendant Mark Hughes, Trainer von Manchester City. Ihm wurden von den Neueigentümern aus Abu Dhabi generöser Weise 663 Millionen Euro für "18 neue Spieler auf Weltklasseniveau" versprochen. Natürlich nicht umsonst.
Im Gegenzug will der Großinvestor, die Abu Dhabi United Group, nicht weniger als den Triumph in der Champions League von dem walisischen Coach. Hughes war natürlich dennoch begeistert: "Das ist wie Geburtstag, Weihnachten und ein Lottogewinn zusammen."
Die ersten ambitionierten Transferversuche wurden bereits wenige Stunde nach der Übernahme angegangen. Die Scheichs ließen sich nicht lumpen und boten munter auf alles, was gerade in Europa wechselwillig erschien. Besonders auf international renommierte Angreifer hatten es die arabischen Ölmilliardäre offenbar abgesehen.
13 Millionen Euro für Mario Gomez geboten
So sind unter anderem 50 Millionen Euro für den Europameister David Villa, 13 Millionen Euro für Mario Gomez und 41,7 Millionen Euro für Dimitar Berbatow an Geboten bei Europas Klubs eingegangen.
Letzterer, der Bulgare Berbatow, befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits bei der sportmedizinischen Untersuchung beim Lokalrivalen Manchester United, so dass der neugewonnene Reichtum des Nachbarn für den Verein von Trainer Alex Ferguson keine Gefahr mehr darstellen konnte.
Doch man muss kein Hellseher sein: Wenn der Transfermarkt im Januar wieder öffnet, werden erneut astronomische Gebote auf die Superstars der Zunft eingehen. Europas Vereine dürfen sich schon auf einen heißen Winter gefasst machen.
"Ich wünschte, die Übernahme wäre früher passiert, dann hätten wir mehr Zeit gehabt, Geld auszugeben," sagte einer der arabischen Investoren. Sein Bedauern kann durchaus als Drohung verstanden werden.
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