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FC Chelsea in der Krise
Mourinho ohne Selbstzweifel: "Gibt keinen Besseren"

Fotos: Chelsea kassiert Pleite bei Everton
Fotos: Chelsea kassiert Pleite bei Everton FOTO: dpa, pp ss
Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger und Kevin De Bruyne gewinnen - im Mittelpunkt steht aber die schwere Krise von Meister Chelsea mit seinem exzentrischen Coach Jose Mourinho.

Selbstzweifel? Nicht doch bei Jose Mourinho! Auch in der größten Krise seines FC Chelsea ist "The Special One" restlos von sich überzeugt. "Ich bin der Richtige für diesen Job. Ich denke nicht, dass es einen besseren Trainer gibt, der meinen Job machen kann", sagte Mourinho unmittelbar nach dem 1:3 (1:2) des englischen Meisters beim FC Everton.

Die anhaltende Talfahrt der Blues überlagerte am 5. Spieltag der Premier League (fast) alles. Selbst die erfolgreiche Premiere von 75-Millionen-Mann Kevin De Bruyne beim 1:0 (0:0)-Sieg von Manchester City im Gipfeltreffen bei Crystal Palace geriet zur Randnotiz. Auch die Weltmeister Mesut Özil, der beim 2:0 (1:0) seines FC Arsenal bei Stoke City ein Tor vorbereitete, und Bastian Schweinsteiger, der mit Manchester United beim 3:1 (0:0) gegen den FC Liverpool seinen dritten Saisonsieg feierte, spielten eine ungewohnte Nebenrolle.

Im Mittelpunkt stand Exzentriker Mourinho, der die schlechteste Phase seiner Chelsea-Zeit durchläuft. Anstatt wie geplant um den Titel zu spielen, liegen die Londoner nach fünf Spielen mit drei Niederlagen und nur vier mageren Pünktchen schon elf Zähler hinter Spitzenreiter ManCity im Tabellenkeller.

Er fühle sich trotz der verheerenden Bilanz "nicht unter Druck", behauptete Mourinho vor dem Champions-League-Start am Mittwoch gegen Maccabi Tel Aviv. Aber er wisse nach all den Jahren, "dass viele Leute glücklich darüber sind, dass ich in so einer Situation bin".

Große Vorwürfe nach drei Gegentreffern durch den Schotten Steven Naismith wollte der 52 Jahre alte Portugiese seinen Stars um Kapitän John Terry nicht machen. Sie würden kämpfen, spielen, "alles versuchen, aber es ist nicht so leicht ohne das nötige Selbstvertrauen", sagte Mourinho und fügte mit Galgenhumor an: "Im Moment läuft alles gegen uns - bei der Taktikbesprechung ist sogar der Computer abgestürzt."

Einen System-Absturz gibt es auch auf dem Platz. Vor allem die Defensive bereitet Sorgen. Chelsea hat in den vergangenen sieben Ligaspielen (saisonübergreifend) 16 Gegentore hinnehmen müssen - eines mehr als in der kompletten Saison 2004/05, der ersten unter Mourinho.

Auch andere Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: So schlecht waren die Blues zuletzt 1986/87 in eine Saison gestartet - und belegten damals am Ende nur Rang 14. Drei Niederlagen hatte es in der kompletten vergangenen Meister-Spielzeit gegeben, und zwei Liga-Pleiten in Folge letztmals vor über neun Jahren. Die Titelverteidigung ist deshalb nur noch Utopie. Aber, so Mourinho, "wir werden nächstes Jahr auch nicht in der 2. Liga spielen".

Während Mourinho vor dem Auftakt in der Königsklasse verzweifelt einen Ausweg sucht, ist ManCity vor dem Auftritt gegen Juventus Turin obenauf. Fünf Siege in fünf Ligaspielen zum Start glückten letztmals vor 102 Jahren in der Saison 1912/13 (!). Kelechi Iheanacho sicherte in der 89. Minute den Last-Minute-Sieg, De Bruyne feierte nach seiner Einwechslung in der 25. Minute für den verletzten Sergio Agüero ein starkes Debüt. "Ich bin froh, wie es heute gelaufen ist", sagte der frühere Wolfsburger.

Vier Punkte hat City nun schon Vorsprung auf das Überraschungsteam Leicester City mit Roberth Huth, das am Sonntag nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (0:1) gegen Aston Villa gewann. Sogar fünf Zähler zurück folgt Stadtrivale United, bei dem DFB-Kapitän Schweinsteiger erst zum zweiten Mal durchspielte. Auch Arsenal weist zehn Punkte auf.

(sid)
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