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Chelsea-Trainer hadert
Mourinho: "Engländer könnten keinen Thomas Müller holen"

Fotos: Jose Mourinho – Trainer, Titelsammler, "The Special One"
Fotos: Jose Mourinho – Trainer, Titelsammler, "The Special One" FOTO: dpa, nvr sam
London. Bei Spielern wird zum Saisonstart ausgiebig über ihre Form debattiert, Trainer sind dabei meist außen vor. Falls jemand Zweifel gehabt haben sollte, dass Jose Mourinho schon wieder voll auf der Höhe ist: Ja, der Chelsea-Coach dreht bereits am ersten Premier-League-Wochenende richtig auf.

Los ging es am Freitag mit seiner Vertragsverlängerung. Bis 2019 läuft der neue Kontrakt, seit 2013 ist Mourinho wieder im Verein, nachdem er bereits von 2004 bis 2007 den FC Chelsea trainiert hatte. "Es ist der Verein, der mir am meisten am Herzen liegt und ich bin sehr glücklich zu wissen, dass ich für eine lange Zeit hier sein werde", wurde er auf der Vereinshomepage zitiert. In drei von fünf Spielzeiten gewann der Portugiese den Meistertitel mit den Londonern, nur zum Erfolg in der Champions League konnte er sie noch nicht führen – anders als den FC Porto und Inter Mailand.

Trotzdem haderte Mourinho vor dem ersten Premier-League-Spiel gegen Swansea City, das am Samstag 2:2 endete, mit den Perspektiven seines Teams und des englischen Fußballs. Das hatte überraschend auch etwas mit dem FC Bayern zu tun. "Ich denke, es gibt nur drei Klubs auf der Welt, die die Macht haben, zu sagen: 'Wir verkaufen nicht'", sagte Mourinho. "Das sind Real Madrid, Barcelona und Bayern München. Hat irgendjemand in England Interesse an Thomas Müller? Ganz bestimmt. Können wir, England, Thomas Müller von den Bayern holen? Ich denke nicht."

Er spreche von den Spielern "who make the world stop", die die Welt zum Stillstand bringen. Also natürlich auch von Lionel Messi. Von Luis Suarez und Gareth Bale, die England in Richtung Spanien verließen, und von Torwart David de Gea, der wohl bald von Manchester United zu Real Madrid wechseln wird.

In Eden Hazard hat Mourinho jedoch einen Spieler in seinen Reihen, der mit Güteklasse konkurrieren kann. Der Belgier war dann am Samstag auch involviert, als Mourinho in der Paradedisziplin des unverblümten Pöbelns eine erstaunliche Frühform unter Beweis stellte. Nach dem strittigen Platzverweis gegen Torwart Thibaut Courtois gab sich der 52-Jährige noch milde. "Ich möchte nicht über Rote Karten sprechen. Zum ersten Mal habe ich die Kontrolle über mich. Schon an Tag eins sind wir bestraft worden, aber es ist nicht Tag eins, an dem ich meinen Mund aufmache", sagte er mit einem Anflug von Stolz.

Dafür bekam Mannschaftsärztin Eva Carneiro ihr Fett weg. Sie war in der Nachspielzeit auf den Rasen geeilt, um den am Boden liegenden Hazard zu behandeln. Der musste deshalb, wie das Regelwerk es vorschreibt, den Platz verlassen, so dass Chelsea einen Moment lang zu Neunt verteidigte. Mourinhos Kommentar: "Wenn man auf den Platz geht, muss man sich sicher sein, dass der Spieler ein ernsthaftes Problem hat. Ich war mir sicher, dass er nichts hatte, er hatte nur einen Schlag abbekommen, er war müde. Aber meine medizinische Abteilung war, wenn auch im Affekt, naiv."

Wie gesagt, dieser Mann hat sich per Unterschrift bis 2019 zur Premier League bekannt. So schnell dürfte Mourinho nicht die Lust verlieren – auch ohne Thomas Müller.

 

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