| 12.53 Uhr

Nach Niederlage im Supercup
Mourinho verweigert Wenger demonstrativ den Handschlag

Arsenal holt ersten Titel der Saison in England
Arsenal holt ersten Titel der Saison in England FOTO: afp, JR
Chelsea-Teammanager Jose Mourinho erwies sich nach dem 0:1 im "Community Shield" gegen den FC Arsenal nicht zum ersten Mal als schlechter Verlierer. Der Star-Trainer ging dem Handschlag mit Arsene Wenger aus dem Weg und warf seine Silbermedaille ins Publikum.

Die in Silber gegossene Erinnerung an eine seiner schmerzhaftesten Niederlagen wollte Jose Mourinho so schnell wie möglich loswerden. Mit wutverzerrtem Gesicht feuerte der Starcoach die ihm gerade für die Finalteilnahme im "Community Shield" verliehene Medaille in die Zuschauerränge des Wembley-Stadions - direkt in die Hände eines zehn Jahre alten Fans des FC Arsenal.

"Für ihn ist es eine gute Erinnerung, für mich wäre es eine Verlierermedaille gewesen. Ich hasse so etwas", pestete der Portugiese nach der 0:1 (0:1)-Niederlage des Meisters FC Chelsea gegen den Pokalsieger im Supercup im Wembleystadion. Fast noch schlimmer für den 52-Jährigen: Beim 14. Aufeinandertreffen verlor er erstmals ein direktes Duell mit seinem Erzfeind, Arsenal-Manager Arsene Wenger.

Während Mourinho zumindest jedem Arsenal-Spieler die Hand reichte, blieb diese Geste zwischen den beiden verfeindeten Trainergrößen aus. Was allerdings auch an dem Elsässer lag, der Mourinho bei der Siegerehrung ganz bewusst schnitt. Mourinho dazu gewohnt selbstbewusst: "Mich verpasst man nur, wenn man mich verpassen will."

Seit mittlerweile zehn Jahren fliegen die Giftpfeile zwischen den beiden renommierten Fußball-Lehrern hin und her. Man warf sich gegenseitig vor, zu wenige englische Profis zu fördern, kurze Zeit später nannte der Iberer Wenger einen "kranken Voyeur". An der Stamford Bridge wäre es in der vergangenen Saison sogar fast zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen.

Fotos: Wenger und Mourinho geraten beim Spitzenspiel aneinander FOTO: afp, mb/JR

Für die deutschen Weltmeister Per Mertesacker und Mesut Özil hatte der verdiente Arsenal-Erfolg vor 85.437 Zuschauern eine Woche vor dem Start der Premier League indes noch nicht die ganz große Bedeutung. "Ich denke, wir haben verdient gewonnen und es stärkt unser Selbstbewusstsein. Aber es ist immer noch Vorbereitung", sagte der Arsenal-Kapitän.

Während der Abwehrchef ebenso wie der von Chelsea zu den "Gunners" gewechselte Torhuter Petr Cech durchspielte, musste Özil das Spielfeld vorzeitig verlassen. Das Tor des Tages erzielte Alex Oxlade-Chamberlain in der 24. Minute - es war der erste Arsenal-Treffer gegen Chelsea nach mehr als acht Stunden Spielzeit.

(sid)
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