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Trainer beim FC Chelsea
Hiddink, Ancelotti, Guardiola – wer folgt Mourinho?

Fotos: Jose Mourinho – Trainer, Titelsammler, "The Special One"
Fotos: Jose Mourinho – Trainer, Titelsammler, "The Special One" FOTO: dpa, nvr sam
London. Jose Mourinho ist weg und die Liste seiner möglichen Nachfolger beim FC Chelsea lang. Bei ihrer Suche könnten den schwerreichen Blues die ebenfalls gutbetuchten Manchester-Klubs in die Quere kommen, Bayern München hängt irgendwie auch mit drin.

Jose Mourinho versteckte sein Gesicht hinter einer Kapuze vor dem Blitzlichtgewitter, als er in der Nobelkarosse vom Trainingsgelände des FC Chelsea chauffiert wurde. "The Special One" war bei den Blues nach dem Weihnachtsessen mit der Mannschaft und der Bekanntgabe der Trennung noch nicht richtig vom Hof, da wurden Namen gespielt. Guus Hiddink könnte laut englischen Medien erneut die Übergangslösung an der Stamford Bridge sein, ehe im Sommer ein neuer Teammanager übernimmt. Die Kandidatenliste ist prominent besetzt.

Die Art und Weise des Abgangs war ein gefundenes Fressen für die Presse. "Beim Festschmaus zerstückelt", titelte die Daily Mail, "Jose Mourinho wurde entlassen, nachdem er mit Trainerstab und Spielern Knallbonbons gezündet und Truthahnbraten gegessen hatte", hieß es dort weiter. "Jose wird gestopft" schrieb der Daily Mirror in seiner Schlagzeile. Aus "The Special One" wurde kurzerhand "The Broken One" (The Sun) gemacht, "Not so special" ("nicht gerade besonders") fand der Telegraph den Vorgang.

Das ist Pep Guardiola FOTO: dpa, Peter Kneffel

Der zweite Abschied des Portugiesen aus London, siebeneinhalb Monate nach dem Gewinn der Meisterschaft, wird teuer für Chelsea. Anfang August hatte Mourinho seinen Vertrag bis 2019 verlängert, die festgelegte Abfindung soll bei umgerechnet rund 50 Millionen Euro liegen. Da sich der 52-Jährige aber - offiziell - einvernehmlich mit Chelsea einigte, wird wohl nicht die gesamte Summe fällig. Um Peanuts geht es freilich dennoch nicht.

Mourinho werde "auf dem ganzen ganzen Weg zur Bank lachen", glaubt die Daily Mail: "Der Mann mit dem Gott-Komplex geht mit zehn Millionen Pfund." Egal, was es auch kostet, Geld ist nicht das Problem des FC Chelsea, der unter "Mou" sieben Titel geholt hat. Mit vier Siegen und 15 Punkten aus 16 Spielen schwebt der Klub in der Premier League in Abstiegsgefahr, der schwerreiche russische Klubbesitzer Roman Abramowitsch sah sich zum Handeln gezwungen.

Fotos: Carlo Ancelotti – alle Titel des Erfolgs-Trainers FOTO: ap

Der nächste Schritt muss schnell folgen. In England gibt es bekanntlich keine Winterpause, dreimal muss Chelsea allein bis zum Jahreswechsel noch ran. Gut möglich, dass Hiddink (69) wie im Frühjahr 2009 einspringt. Der Niederländer holte während seines halbjährigen Engagements den FA-Cup.

Was danach folgt, ist offen. Carlo Ancelotti, von 2009 bis 2011 Trainer in Chelsea, soll ein "obszönes Angebot" aus London vorliegen, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Vertraute des Italieners berichtet. Doch Ancelotti, zuletzt bei Real Madrid in Lohn und Brot, gilt als aussichtsreichster Kandidat bei Bayern München, sollte Pep Guardiola den deutschen Rekordmeister wie erwartet zum Saisonende verlassen.

Fans holen gesperrten Mourinho ins Stadion FOTO: afp, JR

Sollte es so kommen, würde der Spanier natürlich sofort für Chelsea interessant. Doch einen Trainer der Kategorie Guardiola haben auch andere Topklubs im Visier, gerade die von der Insel. Manchester United ist mit Louis van Gaal nicht mehr glücklich, Lokalrivale Manchester City buhlt ohnehin seit geraumer Zeit um den Katalanen.

Der abgestürzte Meister Chelsea kann sich wegen der Gemengelage nicht nur auf Ancelotti und Guardiola konzentrieren. Juande Ramos, wie Ancelotti einst Coach bei Real Madrid, soll laut spanischen Medienberichten schon nach London gereist sein. Chancen sollen auch der Argentinier Diego Simeone von Atletico Madrid und Italiens Nationaltrainer Antonio Conte haben.

Schreiber Paul Hayward vom Telegraph warnt den Nachfolger: "Der nächste Mann sollte besser nach hinten schauen. Abramowitsch stellt den Manager nie über die Spieler. Er feuert immer den Kopf."

(spol/sid)
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