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Uefa lockert Sanktionen
Der Scheich darf shoppen: ManCity macht legal Schulden

Kevin De Bruyne und Co.: Manchester City darf wieder schoppen
Scheich Mansour kann wieder Geld ausgeben, wie es ihm gefällt. FOTO: AP, dapd
Manchester/Frankfurt. Weil die Uefa die Sanktionen gelockert hat, darf Manchester City wieder auf Shopping-Tour gehen. Der Scheich-Klub hat schon jetzt Unsummen für neue Spieler ausgegeben - Wolfsburgs Kevin de Bruyne steht aber noch immer ganz oben auf dem Einkaufszettel.

Scheich Mansour ist in diesen Tagen mal so richtig in Shopping-Laune, und der Geldgeber des englischen Vizemeisters Manchester City hat seine pralle Schatulle noch immer weit geöffnet. Rund 70 Millionen Euro würde sein Verein für Wunschspieler Kevin de Bruyne vom VfL Wolfsburg lockermachen. Weil er will. Und weil er endlich wieder darf.

Die Regeln des von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) eingeführten Financial Fair Play (FFP) schweben zwar weiter wie ein Damoklesschwert über dem spendablen Klub - die Klinge aber ist stumpf, spätestens seit Juli. "Das übergeordnete Ziel", hatte Uefa-Präsident Michel Platini (Frankreich) damals gesagt, "bleibt unverändert." Trotz der Lockerung des FFP sollten die Klubs also weiterhin gewissenhaft wirtschaften.

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Weil im Falle negativer Bilanzen sich die Vereine seither aber von vornherein selbst anzeigen und mit der Uefa einen Konsolidierungsplan ausarbeiten können, bleibt die Misswirtschaft beispielsweise von Manchester City (vorerst) unbestraft. "Wir gehen von einer Zeit der Sparpolitik in eine Zeit über, in der wir mehr Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung bieten können", führte Platini weiter aus.

Und Manchester lässt den Worten des Uefa-Chefs wirklich Taten folgen, das Schuldenkonto der Citizens ist in diesem Sommer stark gewachsen. Mittelfeld-Ass de Bruyne ist noch gar nicht da, und dennoch weist die gruselige Sommerbilanz ein dickes, rotes Minus aus. Laut transfermarkt.de hat Manchester zwar rund 55 Millionen Euro kassiert - aber Stand Freitag eben auch 126 Millionen ausgegeben.

Erfolg, das glauben die Verantwortlichen, hat eben seinen Preis. Laut Geschäftsführer Ferran Soriano darf Teammanager Manuel Pellegrini nun "eine Mannschaft anleiten, die um nationale Titel ebenso kämpfen kann wie um europäische Weihen".

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Der Start in die Premier League ist jedenfalls schon einmal gelungen. Nach dem 3:0 zum Auftakt bei West Bromwich Albion besiegte Manchester am zweiten Spieltag auch Meister FC Chelsea mit dem gleichen Ergebnis. "Wir haben gerade erst angefangen", sagte Pellegrini zwar nur mit Blick auf den Ligastart. Manch einer hätte es aber auch als Drohung interpretieren können.

Weniger offensiv verhalten sich unterdessen die italienischen Klubs AS Rom und Inter Mailand, die wie Manchester unter Beobachtung der Uefa stehen. Weil die Mailänder ebenfalls kräftig shoppten, mussten sie gleichzeitig ganz im Sinne des FFP Mateo Kovacic (Real Madrid) und Xherdan Shaqiri (Stoke City) verkaufen.

"Was sollen wir auch tun? Die Regeln müssen respektiert werden. Niemand von uns wollte das, aber uns bleibt keine andere Möglichkeit", sagte Inters Trainer Roberto Mancini.

Folgen hatte das FFP auf dem Transfermarkt auch für Vizemeister AS Rom. Die schnappten sich ihren Wunschspieler Antonio Rüdiger nämlich nur auf Raten. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler wurde zunächst für ein und eine Gebühr von vier Millionen Euro vom Bundesligisten VfB Stuttgart ausgeliehen. Nach einer festgeschriebenen Anzahl von Einsätzen treten im Sommer 2016 ein Kaufvertrag der Römer mit dem VfB über dann noch neun Millionen Euro plus in Kraft.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit dem Leihgeschäft mit Torjäger Edin Dzeko. Der frühere Wolfsburger wurde zunächst für rund vier Millionen Euro ausgeliehen - von Manchester City.

(sid)
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