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ManUnited-Trainer vor dem Aus
Van Gaal geht mit Titel – kommt jetzt Mourinho?

Fotos: Manchester United gewinnt den FA Cup
Fotos: Manchester United gewinnt den FA Cup FOTO: afp
Trotz des Gewinns des FA-Cup muss Teammanager Louis van Gaal bei Manchester United mit seiner Ablösung rechnen. Nach einer verkorksten Saison soll José Mourinho den englischen Rekordmeister wieder an die Spitze führen.

Louis van Gaal kostete seinen vermutlich letzten Triumph als Teammanager von Manchester United in vollen Zügen aus. "Ich will heute nicht darüber sprechen, ob ich den Klub verlasse oder bleibe. Nicht mit meinen Journalisten-Freunden, die mich seit sechs Monaten aus dem Amt geschrieben haben", sagte der Niederländer am Samstag nach dem Gewinn des FA-Cup durch das 2:1 nach Verlängerung (1:1, 0:0) gegen Crystal Palace: "Ich bin hier, um Euch den Pokal zu zeigen. Welcher Manager hat das zuletzt geschafft?"

Für einen Moment waren die Kritiker des eitlen Niederländers mundtot. Der erste Titelgewinn des englischen Rekordmeisters seit drei Jahren, seit dem Ende der titelreichen Ära von Sir Alex Ferguson, wird van Gaal aber kaum im Amt halten. Die "BBC" berichtete am Sonntag, dass der nicht minder schillernde Portugiese José Mourinho beim Klub des verletzten Weltmeisters und DFB-Kapitäns Bastian Schweinsteiger in der kommenden Woche als neuer Teammanager vorgestellt wird.

Van Gaal selbst heizte am Sonntagmittag die Spekulationen an, als er beim Verlassen des Mannschaftshotels in London zu einem Sky-Kameramann "It's over" ("Es ist vorbei") sagte - allerdings ohne konkret zu werden, worauf der dies bezieht.

Das ist Louis van Gaal FOTO: AP

Die Verhandlungen zwischen Vizepräsident Ed Woodward und Mourinho-Berater Jorge Mendes sollen seit Wochen laufen, astronomische 15 Millionen Euro Jahresgehalt soll "The Special One" bei United kassieren. Der 53-Jährige inszenierte sich zuletzt wieder einmal fleißig selbst, sagte: "Ich habe bei keinem Verein einen Vertrag unterschrieben. Ich weiß aber, dass ich in der kommenden Saison einen Verein übernehmen werde."

Die Ära van Gaal würde damit trotz Vertrags bis 2017 nach zwei Jahren vorzeitig und unter dem Strich relativ erfolglos enden. Selbst der zwölfte Pokalsieg, mit dem der Klub den Rekord des FC Arsenal einstellte, war alles andere als ein Glanzstück. Im ausverkauften Wembley-Stadion stand United nach dem Verpassen der Champions League gar dicht vor der nächsten Blamage.

Party nach Zittersieg

Außenseiter Crystal Palace schnupperte durch das Tor von Jason Puncheon (78.) am ersten Pokalsieg in der 111-jährigen Vereinsgeschichte. Erst der spanische Weltmeister Juan Mata (81.) und Jesse Lingard (110.) in Unterzahl nach Gelb-Rot für Chris Smalling (105.) erlösten van Gaal und die United-Fans.

Fotos: Van Gaal geht vor Schiedsrichter-Assistent zu Boden FOTO: afp

Der Zittersieg tat der Party freilich keinen Abbruch. Freudentänze der Spieler um Kapitän Wayne Rooney auf dem Rasen und in der Kabine läuteten eine feucht-fröhliche Nacht ein, in der auch van Gaal und Ferguson Arm in Arm und mit je einer Hand am FA-Cup posierten.

Statistisch ist van Gaal mit einer Siegquote von 51 Prozent der dritterfolgreichste Teammanager der Vereinsgeschichte hinter Ferguson (60 Prozent; 1986 bis 2013) und Ernest Mangnall (54 Prozent; 1903 bis 1912). Trotz Transferausgaben in Höhe von 341 Millionen Euro in nur zwei Jahren hat der frühere Bayern-Trainer den Klub aber nicht zurück an die nationale und internationale Spitze geführt.

Für van Gaal könnte es bei United trotzdem weitergehen. Wie die "Sun" berichtet, soll der 64-Jährige ins Amt des Fußballdirektors gelobt werden. Damit käme es zu einer interessanten Ballung von Alphatieren in der Fußballstadt Manchester: van Gaal bei United auf der Tribüne, Mourinho auf der Bank. Und bei Stadtrivale ManCity fängt im Juli ein gewisser Pep Guardiola als Teammanager an...

(sid)
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