| 14.30 Uhr

Manchester United
Mourinho hakt die Liga ab und spottet über Arsenal

Manchester United: José Mourinho hakt die Premier League ab
Plötzlich ganz zahm: José Mourinho und Arsène Wenger FOTO: afp
London. Für José Mourinho war es die erste Niederlage überhaupt in der Premier League gegen seinen alten Rivalen, Arsenal-Trainer Arsene Wenger. Für ihn gilt nur noch die Europa League. Die früheren Erzfeinde gaben sich anschließend ungewohnt harmonisch.

Starcoach Jose Mourinho kommentierte die erste Liga-Pleite des Jahres für seinen Klub Manchester United süffisant. "Die Arsenal-Fans freuen sich und ich freue mich für sie", sagte der United-Coach nach dem 0:2 bei den Londonern.

Einen Seitenhieb konnte er sich natürlich nicht verkneifen. "Als ich das (alte Arsenal-Stadion) Highbury verlassen habe, haben sie geweint. Als ich das Emirates verlassen habe, haben sie geweint", erinnerte Mourinho daran, dass die Gunners in der Premier League vorher noch nie gegen ein von ihm trainiertes Team gewonnen hatten.

Als Sarkasmus wollte der exzentrische Trainer seine Aussagen angeblich nicht verstanden wissen. "Glauben Sie, dass ich mich darüber freue, dass ein großer Klub wie Arsenal keine Trophäen holt?", fragte er, als in der Pressekonferenz Gelächter aufkam. "Ich freue mich nicht darüber. Ganz ehrlich." Natürlich habe er trotzdem in London gewinnen wollen, versicherte der Portugiese, der die Niederlage seines Teams ungewohnt gelassen aufnahm.

Granit Xhaka und Danny Welbeck hatten mit ihren Toren Manchesters Serie von 25 Premier-League-Spielen ohne Niederlage beendet. Dass Man United bei vier Zählern Rückstand noch unter den Top vier landet, bezeichnete Mourinho als "ausgeschlossen". Doch die Liga hatte er ohnehin schon vor der Partie abgehakt und erklärt, es zähle nur noch der Gewinn der Europa League, weil sich der Sieger für die Champions League qualifiziert. Deshalb schonte der United-Trainer bei Arsenal auch mehrere seiner Leistungsträger, darunter Paul Pogba.

Für die Gunners kam der fast schon historische Sieg im Prestige-Duell vielleicht gerade noch rechtzeitig. Das Team des deutschen Nationalspielers Mesut Özil meldete sich im Rennen um die Champions-League-Plätze noch einmal zurück. Mit einem Sieg in Southampton könnte Arsenal im Nachholspiel am Mittwoch sogar am Tabellenfünften Man United vorbeiziehen. Zum ersehnten vierten Platz wären es dann aber immer noch drei Punkte Abstand.

"Wir haben noch eine mathematische Chance, brauchen aber auch Hilfe von den anderen Teams", erklärte Wenger. Den Sieg gegen Erzfeind Mourinho wollte der Franzose nicht überbewerten. "Es geht um zwei Mannschaften", stellte er klar. "Am Ende des Tages zählt das für mich." Von seinem Konkurrenten bekam er sogar Lob. Wenger sei "ein großer Trainer", erklärte Mourinho gönnerhaft. Das einst hitzige Verhältnis zwischen den Trainer-Veteranen, die an der Seitenlinie regelmäßig aneinander gerieten, hat sich deutlich entspannt, wohl auch weil es für den sonst so ehrgeizigen Mourinho in der Liga um nichts mehr geht. Der TV-Experte und ehemalige Manchester-Profi Phil Neville brachte es auf den Punkt: "Arsenal schlägt Man United und keinen interessiert es."

(dpa)
 
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