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Manchester United hält an Trainer fest
Van Gaal muss weitermachen

Das ist Louis van Gaal
Das ist Louis van Gaal FOTO: AP
Düsseldorf/Manchester. Der holländische Trainer soll bei Manchester United ein Rücktrittsgesuch eingereicht haben. Von Robert Peters

Anfälle von Selbstzweifel sind im Leben des Aloysius Paulus Maria Louis van Gaal (64) eine Rarität. Deshalb spitzte Fußball-England die Ohren, als der gewöhnlich so außergewöhnlich selbstbewusste Trainer von Manchester United erklärte: "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich den Erwartungen der Fans nicht genüge. Sie haben - oder: sie hatten - große Hoffnungen in mich gesetzt. Die kann ich nicht erfüllen. Und das frustriert mich sehr." Vor allem die Tatsache, dass van Gaal ausdrücklich das Wörtchen "hatte" benutzte, sorgte für Aufsehen. Und es wunderte sich niemand, als die "Sun" und der "Guardian" berichteten, der Holländer habe seinen Rücktritt vom Amt angeboten.

Dafür gäbe es Gründe. ManUnited nimmt nicht die fußballerische Entwicklung, die van Gaal selbst versprochen hatte, nachdem zu Saisonbeginn noch einmal eine dreistellige Millionen-Euro-Summe in Verstärkungen investiert wurde. Die Champions-League-Plätze liegen sieben Punkte entfernt, aus dem Wettbewerb in der Meisterklasse hat sich das Team frühzeitig verabschiedet. Und die Fans bringen ihren Unmut deutlich zum Ausdruck.

Der Klub allerdings reagiert erstaunlich auf van Gaals Gesuch. Er lehnt es einfach ab. Der Holländer muss deshalb zunächst mal weitermachen. Böse Menschen glauben, dass der Verein damit für die größtmögliche Demütigung sorgt. Er will selbst bestimmen, wann der Manager aus den Niederlanden seine Koffer packen muss. Das trifft van Gaal vermutlich noch mehr als Kritik an seiner Amtsführung.

Gegen derlei Einwände hat er sich schließlich in einer schon 30 Jahre währenden Trainerlaufbahn gepanzert. Er kann mit Fug und Recht auf große Erfolge verweisen. Und nicht einmal bei Manchester United wird ihm jemand beachtliche Fähigkeiten absprechen. Aber auch hier wird das treffende Wort von Uli Hoeneß kursieren, der als Bayern Münchens Präsident dem Trainer van Gaal fast zwei Jahre lang täglich begegnete: "Als Trainer herausragend, als Mensch schwierig."

Bei jeder Station stand van Gaals Ego irgendwann einer weiteren Beschäftigung im Weg. Denn nicht überall fand er sich zu öffentlichen Zeichen des Bedauerns bereit wie jetzt in Manchester. Und selbst dort erklärt er bei näherem Hinsehen nur seine Frustration. Er hat die Trauer nicht mit eigenen Fehlern begründet. Sie entsteht wahrscheinlich nur unter dem Eindruck, dass dieser Mannschaft nicht einmal der Übertrainer van Gaal auf den Erfolgsweg hilft.

Längst steht ein anderer Übertrainer bereit. Schon als Jose Mourinho Mitte Dezember von Chelsea gefeuert wurde, galt er als Kandidat. Dass er sich selbst ums Amt als Manager bei Manchester United beworben habe, bestreitet übrigens sein Berater. Ein weiteres Gerücht ist noch nicht vollends aus der Welt. Danach soll der Klub bereits Verhandlungen mit Pep Guardiola aufgenommen haben, der am Saisonende die Bayern verlassen wird. Der dritte Übertrainer.

Quelle: RP
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