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ManUnited-Trainer
Louis van Gaal – erst der FA-Cup, dann der Abschied?

Premier League 14/15: Louis van Gaal vorgestellt
Premier League 14/15: Louis van Gaal vorgestellt FOTO: dpa, pp mr
London. Im englischen Pokalfinale trifft Manchester United auf Außenseiter Crystal Palace. Die Red Devils könnten erstmals nach der Ära von Trainer Sir Alex Ferguson wieder einen Titel gewinnen. Dennoch könnte es für Coach van Gaal das letzte Spiel als United-Trainer werden.

Louis van Gaal hat mit all seinen Clubs einen Titel gewonnen - am Samstag (18.30 Uhr) hat der Niederländer erstmals mit Manchester United die Chance auf einen Cup. Im Finale des englischen Pokals trifft Manchester als Favorit auf Crystal Palace.

Dennoch könnte es für den Fußball-Lehrer im Wembley-Stadion das letzte Spiel als Coach der Red Devils werden. Immer wieder wird José Mourinho als neuer Trainer beim Club des verletzten Weltmeisters Bastian Schweinsteiger gehandelt, auch wenn van Gaal betonte, bis zum Vertragsende am 30. Juni 2017 weitermachen zu wollen.

Der englische Rekordmeister steht unter van Gaal zwar erstmals nach dem Ende der Ära von Sir Alex Ferguson vor drei Jahren wieder vor einem Titelgewinn, doch der Sieg im traditionsreichen FA Cup wäre nach dem Verpassen der Champions-League-Qualifikation nur ein kleiner Trost. "Unser Ziel haben wir nicht erreicht", befand der frühere Bayern-Coach. "Aber eine Qualifikation ist kein Titel, nur ein Pokalgewinn würde es sein."

Platz fünf in der Premier League ist für den erfolgsverwöhnten Club zu wenig. Auch das Achtelfinal-Aus in der Europa League gegen den Erzrivalen FC Liverpool mit Jürgen Klopp schmerzte. Immerhin schmiss van Gaal in der Rückrunde den 18-jährigen Markus Rashford ins eiskalte Wasser. Der Stürmer hatte großen Anteil am Einzug ins Pokal-Finale und steht nun im erweiterten Kader der Three Lions für die Europameisterschaft in Frankreich. 

Nach dem 3:1-Sieg im Nachholspiel gegen den AFC Bournemouth am vergangenen Dienstag richtete der frühere niederländische Bondscoach im Old Trafford noch einige Worte an die United-Fans. "Wir wollen den FA Cup nach Hause bringen - zu euch", rief van Gaal ins Mikro. Die Anhänger quittierten die Worte des 64 Jahre alten Trainers mit Buh-Rufen, aber auch mit freundlichem Applaus. 

Genau so hin- und hergerissen scheint auch die Stimmung im Club zu sein. Geschäftsführer Ed Woodward gilt als van-Gaal-Freund,  öffentlich geäußert hat er sich dazu nicht. Dennoch schwirrt  Startrainer Mourinho wie ein Geist über Old Trafford. Die englischen Medien spekulieren fast täglich über Unterschriften, Vorverträge und Einigungen. Ein Dementi gab es dann meist von den Zeitungen selbst oder von Mourinho.

Eine neue kreative Idee brachte das Boulevardblatt "The Sun" (Freitag) ins Gespräch. Angeblich soll der frühere Profi nicht entlassen, sondern zum Sportdirektor "befördert" werden. Gleichzeitig wäre dann der Stuhl für Mourinho, einem van-Gaal-Freund, frei.
"Woodward habe akzeptiert, dass es einen Wechsel auf der Trainerbank geben muss, während Mourinho auf dem Markt sei", schrieb die Zeitung.

Am Samstag sitzt allerdings van Gaal auf der Bank von Manchester United. Mit einem Erfolg gegen Crystal Palace könnte der Verein erstmals seit 2004 den Cup gewinnen und würde mit FC Arsenal die Rangliste mit zwölf Pokalen anführen. "Der FA Cup ist ein großer Titel, wir spielen in einem der namhaftesten Fußball-Tempeln in England. Dies zeigt, wie wichtig der Cup ist", erklärte van Gaal.

(spol/dpa)
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