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Rauswurf bei Manchester United
Verhalten gegenüber Schweinsteiger ist respektlos

Fotos: Bastian Schweinsteiger – Leader und Weltmeister
Fotos: Bastian Schweinsteiger – Leader und Weltmeister FOTO: dpa, pp sam
Meinung | Düsseldorf. Bastian Schweinsteiger hat keine Zukunft mehr bei Manchester United. Der neue Trainer José Mourinho forderte den ehemaligen deutschen Nationalmannschaftskapitän dazu auf, seinen Spind zu räumen. Das geht auch stilvoller. Von Stephan Seeger

Es ist ja in Ordnung, wenn ein neuer Trainer die Mannschaft, die er übernimmt, umkrempelt und das Spielermaterial austauscht. So wie Mourinho bei Manchester United. Auf seiner "schwarzen Liste" sollen neben Schweinsteiger sieben andere Profis stehen, die keine Zukunft mehr in der nordenglischen Arbeiterstadt haben. Doch so wie Mourinho geht man eigentlich nicht mit einem Weltmeister um.

120 Länderspiele hat Schweinsteiger für die deutsche Nationalmannschaft absolviert, darunter das unvergessene WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Bei der EM in Frankreich versuchte es Schweinsteiger trotz einer Verletzung noch einmal, musste im Halbfinale gegen den Gastgeber sogar von Beginn an spielen und machte seine Sache ordentlich – abgesehen von der Szene kurz vor der Halbzeit, in welcher der Mittelfeldspieler im eigenen Sechzehner Hand spielte und Frankreich die Führung schenkte.

In der vergangenen Saison bei Manchester United wurde Schweinsteiger von zahlreichen Verletzungen geplagt. Doch in 18 Spielen, die er für die "Red Devils" absolvierte, stand Schweinsteiger 13 Mal von Beginn an auf dem Platz. In diesen 13 Partien kassierte Manchester nur zwei Niederlagen. Mourinhos offizielle Begründung für Schweinsteigers Abschied sind sportliche Gründe gepaart mit seiner Verletzungsanfälligkeit. Zumindest ersteres stimmt (noch) nicht, Schweinsteiger könnte noch zwei Jahre auf Top-Niveau spielen.

Bei Twitter bedankte er sich im United-Trikot für die Geburtstags-Glückwünsche:

Der wahre Grund für Schweinsteigers Ausbootung dürfte das Geld sein. Schweinsteiger kassiert in Manchester rund 14 Millionen Euro Gehalt pro Jahr, sein Vertrag ist noch bis Juni 2018 datiert. Weil ManUnited aber Superstar Zlatan Ibrahimovic im Sommer auf die Insel lockte und der Mega-Transfer von Paul Pogba nur noch Formsache ist, wollen die Bosse um Mourinho Schweinsteiger von der Gehaltsliste streichen. Denn Ibrahimovic und Pogba spielen eben nicht umsonst, außerdem wird Wayne Rooney überdimensional gut bezahlt. Für Schweinsteiger ist da kein Platz mehr.

Doch das hätte man Schweinsteiger, dem Weltmeister, auch einfach mitteilen können. Ohne großes Brimborium, ohne Spind-Ausräumen. Zwar ist Mourinho bekannt für seine teils rigorosen Entscheidungen, doch hatte er auch immer Respekt vor großen Fußballern. Diesen Respekt zollte er Schweinsteiger nun leider nicht.

(seeg)
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