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Huddersfield mischt Premier League auf
Wagner-Festspiele dank deutscher Hilfe

Premier League: Huddersfield Town und David Wagner mischen die Liga auf
Huddersfield-Trainer David Wagner. FOTO: afp
Aufsteiger Huddersfield Town mit Teammanager David Wagner belegte am Sonntag Platz zwei der Premier League nach zwei Auftaktsiegen hinter Rekordmeister Manchester United.

David Wagner hatte keine Mühe, die Gründe für den historischen ersten Erstliga-Heimsieg für Huddersfield Town seit November 1971 zu benennen. "Das war eine großartige Abwehrleistung. Jeder hat mitgearbeitet. Wir haben kaum eine echte Chance zugelassen, waren geduldig und haben mit einem magischen Moment das Tor gemacht", sagte der deutsche Teammanager des Premier-League-Neulings über den 1:0-(0:0)-Erfolg gegen Mitaufsteiger und Zweitliga-Meister Newcastle United.

Nach dem 3:0 zum Auftakt bei Crystal Palace war es der zweite Sieg im zweiten Spiel für die Terriers, die in dieser Saison zum ersten Mal seit 45 Jahren wieder erstklassig sind. Besser hätte der Start für den nach eigenem Bekunden größten Außenseiter in der Geschichte der Premier League nicht laufen können. "Wir wollen in jeder Partie mutig sein, wir wollen unsere Chance suchen. Das ist uns bislang gut gelungen. Es freut mich sehr, dass unsere beiden Siege nicht glücklich waren - sondern verdient", meinte Wagner.

Huddersfield setzt auf deutsche Kräfte

Mit seiner deutschen Enklave mischt er Englands Eliteliga auf. Im Kader des Klubs aus der 150.000-Einwohner-Stadt zwischen Manchester und Leeds stehen sechs Akteure aus Deutschland oder mit deutschen Wurzeln. Der wohl Wichtigste von ihnen ist Abwehrchef Christopher Schindler.

Er brachte sein Team mit dem entscheidenden Treffer im Elfmeterschießen des Aufstiegs-Play-offs gegen Reading in die Premier League und ist auch im Oberhaus nicht aus der Mannschaft wegzudenken. "Uns gehen die Superlative für Christopher Schindler aus", schwärmte der Huddersfield Daily Examiner nach dem Sieg gegen Newcastle von dem ehemaligen Profi von 1860 München. Neben Schindler ist der Ex-Dortmunder Chris Löwe in der Abwehr gesetzt.

Auf dem rechten Flügel vertraut Coach Wagner dem in Köln geborenen und für die Demokratische Republik Kongo spielenden Elias Kachunga. Der frühere Profi des SC Paderborn und des FC Ingolstadt bereitete gegen Newcastle das Siegtor durch den Australier Aaron Mooy vor.

Der Deutsch-Ghanaer Collin Quaner (ehemals Union Berlin) und Michael Hefele (ehemals Dynamo Dresden) wurden eingewechselt. Der Deutsch-Amerikaner Danny Williams, zu dieser Saison aus Reading verpflichtet, kam beim Auftaktsieg gegen Crystal Palace als Joker zum Einsatz.

Ein Schlüssel zum überraschenden Erfolg sind die guten Transfers. Mittelfeldspieler Mooy war in der vergangenen Saison von Manchester City an Huddersfield ausgeliehen, zu dieser Spielzeit wurde er fest übernommen.

Wagner bleibt Realist

Angreifer Steve Mounié kam für angeblich rund 13 Millionen Euro aus Montpellier und ist damit der Rekordtransfer der Terriers. Er traf zum Start gegen Crystal Palace doppelt. Im Tor ist auf den vom FSV Mainz 05 geliehenen Dänen Jonas Lössl Verlass.

Wagner bleibt realistisch nach dem Traumstart mit sechs Punkten und 4:0 Toren aus den ersten beiden Begegnungen und dem Sprung am Sonntag auf den zweiten Tabellenplatz hinter Manchester United.

"Das waren zwei Spiele mit tollen Ergebnissen. Aber es waren eben auch erst zwei Spiele. Wir müssen weiterhin alles investieren", betonte der deutsche Übungsleiter. Schon jetzt hat seine Mannschaft allerdings gezeigt, dass sie sich nicht mit ihrer Rolle als Abstiegskandidat Nummer eins abfinden will.

(sid)
 
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