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"Wie ein Aussätziger behandelt"
Hoeneß schimpft wegen Schweinsteiger auf ManUnited

Porträt: Das ist Uli Hoeneß
Porträt: Das ist Uli Hoeneß FOTO: AP
Bayern Münchens ehemaliger und wohl auch künftiger Präsident Uli Hoeneß hat Englands Rekordmeister Manchester United und dessen Teammanager José Mourinho für den Umgang mit Weltmeister Bastian Schweinsteiger heftig kritisiert.

"Unglaublich, was da mit ihm passiert ist", sagte Hoeneß der "Abendzeitung": "Einen Mann wie Bastian Schweinsteiger nicht mit der Mannschaft trainieren und aufs Mannschaftsfoto zu lassen, ihn wie einen Aussätzigen zu behandeln und auf die Seite zu schieben, das spricht nicht für diesen Verein, sondern Bände für die Situation in diesem Klub."

Schweinsteiger, der im Sommer 2015 von München nach Manchester gewechselt war, durfte zwischenzeitlich nicht am Mannschaftstraining teilnehmen und wartet seit März auf einen Pflichtspieleinsatz für die Red Devils. "Schweinsteiger ist ein grandioser Mensch und war ein grandioser Spieler für Bayern München. Schade, dass sie ihm das antun", sagte Hoeneß weiter.

Inzwischen trainiert Schweinsteiger zwar wieder mit der Mannschaft, einen Einsatz hält Mourinho jedoch für verfrüht. Auch eine Vertragsauflösung im Januar gegen eine Abfindung von zehn Millionen Pfund ist laut Berichten englischer Medien denkbar.

"Ich haben mich verändert"

Über seine eigene Entwicklung sagt Hoeneß: "Ja, ich habe mich verändert. Ich bin nachdenklicher und auch demütiger geworden. Soziale Themen waren mir früher wichtig, aber sie sind mir noch wichtiger geworden. Was ich alles an Schicksalen erlebt habe, hat mich geprägt, und das wird auch in meine Arbeit einfließen."

Nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung am 14. März 2014 war Hoeneß von seinen Ämtern beim FC Bayern zurückgetreten. Hoeneß war 21 Monate in Haft, 14 davon im offenen Vollzug. Ein knappes halbes Jahr nach seiner Haftentlassung hatte er seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern findet am 25. November statt.

Auf die Dominanz seines Herzensvereins ist Hoeneß stolz. "Wir haben weder eine Erbtante aus Amerika noch den Lotto-Jackpott gewonnen. Unser Stadion, das Nachwuchsleistungszentrum oder unser Gelände an der Säbener Straße - wir haben alles bezahlt und keine Schulden", sagte er. Das habe sich der Verein über die Jahre erarbeitet.

(sid/dpa)
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