| 15.41 Uhr

Kapitänsamt steht auf dem Spiel
Rooney könnte über "Rotwein-Gate" stolpern

Wayne Rooney könnte Rotwein-Affäre das Kapitänsamt kosten
Wayne Rooney und Gareth Southgate spielten schon gemeinsam für die "Three Lions", jetzt könnte der Trainer Southgate dem Spieler Rooney die Kapitänsbinde abnehmen. FOTO: afp, JKL
Manchester/Frankfurt. Mit Manchester United kämpft Wayne Rooney um die vielleicht letzte Titelchance - doch das ist irgendwie nebensächlich. Das "Rotwein-Gate" könnte den Stürmer sein Kapitänsamt bei der englischen Nationalmannschaft kosten.

Mit seinen Roten Teufeln geht es am Samstag vielleicht schon um die letzte Titelchance, doch "Red Red Wayne" Rooney hat derzeit ganz andere Probleme. Die durchzechte Party-Nacht des englischen Starstürmers mit viel zu viel Rotwein stellt sogar das brisante Duell zwischen Manchester United und dem FC Arsenal in den Schatten - weil Rooney das unrühmliche Ende als Englands Kapitän droht.

"Was vorgefallen ist, wirft kein gutes Licht auf den Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft. Es ist enttäuschend", sagte Martin Glenn, Generaldirektor des Verbands FA: "Wir werden die Dinge sehr genau untersuchen. Es sind sicherlich einige Fragen zu klären."

Ganz sicherlich nicht zu (er-)klären ist die Tatsache, dass Rooney während der Länderspielreise der Three Lions in der Nacht auf den vergangenen Samstag zu viel Alkohol zu sich genommen hatte. Nach dem 3:0-Erfolg gegen Schottland hatte Englands Interimscoach Gareth Southgate seinen Spielern zwar freigegeben - Rooney widersetzte sich allerdings dessen Anweisung, irgendwann dann doch einmal ins Bett zu gehen.

Die Ansage stieß offensichtlich auf taube Ohren, der 31-Jährige feierte fröhlich weiter. Bilder, auf denen Rooney in stark alkoholisiertem Zustand mal am Piano, mal auf einer Hochzeitsfeier zu sehen ist, belegen das. Und sollte Southgate nach den zurückliegenden Erfolgen erwartungsgemäß zum dauerhaften Teammanager erkoren werden, könnte das Folgen für Rooney haben.

Neben jeder Menge Spott in den englischen Medien erhielt Rooney, der sich für sein Verhalten bereits entschuldigt hat, aber auch prominenten Zuspruch. Ex-Teamkollege Gary Neville etwa fand es schlichtweg "peinlich", dass sich ein verdienter Mann wie Rooney für eine Partynacht entschuldigen müsse. Auch Teammanager Pep Guardiola vom Stadtrivalen Manchester City und sein deutscher Kollege Jürgen Klopp vom FC Liverpool zeigten Verständnis.

"Ich war auch Nationalspieler und manchmal betrunken. Ich bin froh, dass es davon keine Fotos gibt", sagte Guardiola am Freitag: "Wir sind Menschen, und wir sind alt genug, Verantwortung zu übernehmen. Aber hier geht es um das Privatleben. Ich mag es nicht, wenn Menschen mein Privatleben kommentieren." Er habe viel Respekt vor der Karriere von Rooney.

Klopp war dem Stürmer schon am Donnerstag zur Seite gesprungen. "Wir leben alle auf der Sonnenseite des Lebens, verdienen viel Geld und machen den Job, den wir lieber. Und am Ende ist es vielleicht eine Überraschung, dass wir auch menschliche Wesen sind", sagte er und fügte augenzwinkernd zu: "All die Legenden, die wir lieben und bewundern, haben getrunken wie die Teufel und geraucht wie verrückt, aber waren immer noch gute Spieler."

Der frühere Dortmunder Trainer lag mit seiner Einschätzung offenbar richtig, denn auch der ehemalige United-Teammanager Ron Atkinson gab zu: "Der Großteil der Vereine hatte Spieler unter Vertrag, die mal eine Nacht gefeiert haben. Allerdings war das zur passenden Zeit, wenn keine wichtigen Spiele anstanden."

Am Samstag (13.30 Uhr) ist genau das allerdings der Fall, wenn das sechstplatzierte Team von Rooney den FC Arsenal (4.) empfängt. Bei einer Niederlage würde der Rückstand allein zu den Gunners bereits auf neun Punkte anwachsen - Rooney dürfte zunächst nur auf der Reservebank sitzen. Wegen einer Knieblessur, wohlgemerkt.

Zurück auf den Platz will derweil endlich wieder Weltmeister Bastian Schweinsteiger, der unter seinem Teammanager José Mourinho zuletzt keine Berücksichtigung fand. "Mein Ziel ist es, für Manchester United zu spielen, dafür gebe ich in jedem Training alles und hoffe auf meine Chance", sagte der 32-Jährige am Rande der Bambi-Verleihung am Donnerstagabend in Berlin.

(sid)
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