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Fußball-Skandal
Fifa-Aufsicht fordert Blatter zu klarem Bekenntnis auf

Sepp Blatter und seine Vorbilder - "Ewige" Amtsträger aus aller Welt
Sepp Blatter und seine Vorbilder - "Ewige" Amtsträger aus aller Welt FOTO: ap, Andrew Medichini
Berlin. Es reicht, der Fifa-Chefaufseher hat ein Machtwort in Richtung Joseph Blatter gesprochen. "Die Zeiten des Kokettierens mit der Macht sind endgültig vorbei", ließ Domenico Scala mitteilen.

Nach den zweideutigen Aussagen von Blatter verlangte der Vorsitzende der Kommission für Audit und Compliance vom 79 Jahre alten Amtsinhaber vor allem ein klares Bekenntnis. "Ich fordere alle Beteiligten - auch Herrn Blatter - auf, sich im Interesse der Reformen unmissverständlich hinter die angekündigte Wachablösung an der Spitze der Fifa zu stellen."

Aber nicht nur, dass Blatter mit seinen jüngsten Statements Spekulationen um einen Verbleib im Amt beförderte. Er geht auch nicht davon aus, dass in diesem Jahr überhaupt noch etwas an der Spitze des Fußball-Weltverbandes passiert. Bisher galt der 16. Dezember als wahrscheinlicher Termin für die Neuwahl. Aber Blatter sagte zu einem Votum noch 2015: "Kaum, zumal zwischen dem 10. und 20. Dezember in Japan noch die Klub-WM gespielt wird." Ein realistischer Termin für den außerordentlichen Kongress sei Anfang 2016. Zunächst hatte er selbst einen Kongress, auf dem der Präsident gewählt werden soll, für Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt.

Vor knapp einem Monat, am 2. Juni, gab Blatter seinen Rückzug bekannt. Erst ein paar Tage zuvor war er für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Er bezeichnete seine Rückzugsankündigung in einem Interview der Schweizer Zeitung "Walliser Bote" als "Befreiungsschlag" für die Fifa - und sich selbst. "Was an dem Tag passiert ist, war für den Fußball ein Erdbeben", sagte Blatter rückblickend auf die nur kurz vorher einberufene Pressekonferenz im Hauptquartier der Fifa in Zürich. "Es war die einzige Möglichkeit, den Druck, auch denjenigen durch die Sponsoren, von der Fifa und meinen Angestellten zu nehmen. Damit die Fifa und meine Person aus der Schusslinie genommen werden."

Er zog mit seiner Ankündigung die Konsequenzen aus dem schlimmsten Skandal, den die FIFA je erlebt hat. 14 hohe Fußball-Funktionäre sind im Zuge von US-Ermittlungen um Korruption und Geldwäsche festgenommen worden. Zudem prüfen Schweizer Behörden die von Anfang an umstrittenen Vergaben der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar.

(dpa)
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