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Präsident quasi freigesprochen
Fifa-Ethikkommission schließt die "Akte Infantino"

Porträt: Infantino - neuer Fifa-Präsident
Porträt: Infantino - neuer Fifa-Präsident FOTO: dpa, hm
Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes Fifa hat die "Akte Infantino" geschlossen und den zuletzt schwer in die Kritik geratenen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino (46) damit quasi freigesprochen.

Die Ermittler fanden trotz der geheim gehaltenen Eröffnung eines formellen Verfahrens gegen den Schweizer keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen den Ethik-Code. Der Fifa bleibt deshalb ein weiteres "Beben" erspart.

Zu der Verfahrenseröffnung geführt hätten Fälle, die "auf den ersten Blick" einen Verstoß gegen verschiedene Artikel des Ethik-Codes nahegelegt hätten, teilte die Untersuchungskammer der Kommission am Freitag mit. Zu diesen zählten Infantinos fragwürdige Flüge, unter anderem zum Papst nach Rom, in den ersten Monaten seiner Amtszeit, Personalentscheidungen im Präsidialbüro sowie Infantinos Weigerung, einen Vertrag mit der Fifa zu unterschreiben.

"Nach der Untersuchung aller relevanten Beweise" seien die Ermittler aber zu dem Schluss gekommen, dass "die Vorkommnisse" keinen Verstoß darstellen würden. Es seien keine "relevanten Interessenkonflikte" identifiziert worden und Infantinos Bezüge seien mit Blick auf die Fifa-Regularien "nicht unsachgemäß". Die Verwirrungen um das Gehalt des neuen Präsidenten seien ebenso wie die Personalentscheidungen in dessen Büro eher ein Fall für die Compliance-Wächter der Fifa, nicht für die Ethiker.

Infantino wurde in den vergangenen Wochen vorgeworfen, sein neues Leben als Fifa-Boss zu sehr auszukosten. Die Vorwürfe reichten von den von "Freunden" bezahlten Flügen bis hin zur verschwenderischen Ausstattung seines Domizils in Zürich.

Der frühere Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hatte die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen. Sein Gehalt hat der 46-Jährige allerdings immer noch nicht öffentlich gemacht.

(sid)
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