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Blatter-Nachfolger wird gesucht
Vieles deutet auf Platini hin

Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa
Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa FOTO: dapd, Alessandro Della Bella
Zürich. Die Anzeichen für eine Kandidatur von Michel Platini als Fifa-Präsident verdichten sich. Der Franzose soll eine große Unterstützung sicher haben. Ein anderer Blatter-Gegner positioniert sich vor der Termin-Entscheidung für die Wahl deutlich.

Vor der Entscheidung über den Termin für die Wahl eines Nachfolgers von Sepp Blatter formieren sich die Widersacher des scheidenden Fifa-Präsidenten. Uefa-Chef Michel Platini hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine große Unterstützung für eine mögliche Bewerbung sicher. Der frühere Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin al-Hussein forderte den sofortigen Rücktritt von Blatter.

Der Franzose Platini soll von zahlreichen Nationen um eine Kandidatur gebeten worden sein, demnach soll er die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben. Er hat bislang noch keine Entscheidung über eine eventuelle Kandidatur mitgeteilt. Für diesen Fall wird DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als möglicher Nachfolger gehandelt.

Am Montag wollte die Exekutive des Fußball-Weltverbands über das Datum für den außerordentlichen Wahlkongress entscheiden, Blatter selbst präferiert einen Termin im kommenden Jahr. Seine Gegner aus Europa mit Niersbach pochen auf eine Kür noch vor Weihnachten. Für 14.00 Uhr war eine Pressekonferenz mit Blatter und Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke angesetzt.

Zuvor meldete sich erstmals der unterlegene Gegenkandidat Blatters bei der Wahl Ende Mai zu Wort. "Die Zukunft der Fifa steht auf dem Spiel", sagte der jordanische Verbandschef und Fifa-Vizepräsident al-Hussein der Nachrichtenagentur AP. "Wenn wir im Dezember wählen, wird es den bedeutenden Wandel in der Fifa-Führung, den wir so dringend brauchen, nicht geben." Dennoch müsse Amtsinhaber Blatter "sofort gehen", sagte sein ehemaliger Rivale im Kampf um das Präsidentenamt. "Er darf nicht seine Nachfolge planen und diesen Wahlprozess leiten", betonte al-Hussein.

Der 39-jährige al-Hussein hatte Ende Mai nach dem verlorenen ersten Wahlgang gegen Blatter seine Kandidatur zurückgezogen. Wenige Tage nach seiner Wiederwahl hatte der 79-jährige Schweizer dann überraschend seinen Rückzug angekündigt, zuletzt aber mit einem Verbleib im Amt kokettiert. Al-Hussein sprach sich jetzt für eine Führungspersönlichkeit außerhalb des Sports aus für die Organisation der Neuwahlen auf einem außerordentlichen Fifa-Kongress und die Umsetzung der Reformen innerhalb der korruptionsgeschädigten Fifa.

Al-Hussein warnte vor einer zu frühen Wiederwahl. "Kein Datum vor März 2016 ist passend", sagte al-Hussein. Damit ging er in Opposition zu den Uefa-Verbänden, die ihn bei der Wahl noch unterstützt hatten. Schon im Dezember einen außerordentlichen Fifa-Kongress einzuberufen, wie unter anderem von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gefordert, sei "unfair", da die Nationalverbände mehr Zeit bräuchten für eine mögliche Kandidatensuche. Ob er selber nochmals kandidieren werde, ließ al-Hussein offen.

(dpa)
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