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Kongress in Zürich
Fifa-Reformpaket soll Weichen für die Zukunft stellen

Fragen und Antworten zum außerordentlichen Fifa-Kongress
Fragen und Antworten zum außerordentlichen Fifa-Kongress
Zürich/Düsseldorf. Morgen will die Fifa bei ihrem Kongress in Zürich die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Das überstrahlende Thema ist die Wahl eines Nachfolgers für Sepp Blatter, den suspendierten Präsidenten.

Doch es dreht sich bei der Sitzung, die um 9.30 Uhr beginnen soll und wohl bis in die späten Abendstunden dauern wird, nicht alles um den Fifa-Chefsessel. Die Verbände stimmen über ein Reformpaket ab. Hier die fünf zentralen Vorschläge:

Gewaltenteilung Das bisher noch allmächtige Exekutivkomitee soll in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern - 36 statt 24, darunter mindestens sechs Frauen - umgewandelt werden. Das operative Geschäft würde dadurch komplett in den Händen des Generalsekretariats liegen. Der neue Generalsekretär wird so zum mächtigen geschäftsführenden Vorstandsmitglied. Der Präsident wäre nicht mehr der rechtliche Vertreter. Er würde etwa keine Verträge mehr unterschreiben.

Integrität Jedes neue Ratsmitglied - gewählt wird weiterhin in den Konföderationen - soll einen umfangreichen Integritäts- und Eignungs-check bestehen müssen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission. Für die aktuellen Mitglieder des Exekutivkomitees gilt das allerdings nicht rückwirkend. Über allem steht in der neuen Organisationsstruktur der Fifa zudem die unabhängige Audit- und Compliance-Kommission, die alle Geldflüsse des Weltverbandes überwacht.

Amtszeitbeschränkung Schluss mit den Langzeitherrschern. Die Funktionäre in den hohen Ämtern sollen diese lediglich zwölf Jahre behalten dürfen - also für maximal drei Amtszeiten. Aber auch diese Reform soll nicht rückwirkend gelten. Das heißt: Für die Funktionäre im Rat, die die Krise zu verantworten haben, wird die Uhr auf null gesetzt. Das ist bei den Mitgliedern des Exekutivkomitees auch der Fall. Die Amtszeit des früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach endet 2019.

Frauenquote Im Rat sollen mindestens sechs Frauen sitzen - eine pro Konföderation. Zudem soll es entsprechende Passagen in den Statuten geben. Ziel ist eine Frauenquote von 30 Prozent.

Transparenz Viel zu oft taucht die Frage auf: Was verdient ein Fifa-Präsident eigentlich? Mit den Reformen sollen die Gehälter der hohen Amtsträger des Verbandes veröffentlicht werden. Vielleicht schon für das vergangene Jahr.

Der kamerunische Interimspräsident Issa Hayatou betont: "Die Verabschiedung der Reformen wird ein starkes Signal senden, dass wir zugehört haben und die nötigen Schritte zur Wiederherstellung des Vertrauens gehen werden." Drei Viertel der Stimmen sind nötig, um die Reformen abzusegnen. "Das ist eine hohe Hürde", sagt Niersbach. Der Haken: Viele Funktionäre fühlen sich im alten System pudelwohl. Inkrafttreten würden die Statuten 60 Tage nach der Abstimmung.

(jado/sid)
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