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Ex-Fifa-Chef
Blatter: "Ich werde immer ein Präsident bleiben"

Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa
Fotos: Sepp Blatter: 17 Jahre an der Spitze der Fifa FOTO: dapd, Alessandro Della Bella
New York. Am Tag seiner endgültigen Ablösung als Präsident des Fußball-Weltverbandes will Joseph S. Blatter (Schweiz) seinen künftigen Platz in den Fifa-Annalen gefunden haben.

"Ich werde immer ein Präsident sein", sagte der 79-Jährige zur Wahl seines Nachfolgers auf dem Fifa-Kongress am Freitag in Zürich in einem Interview mit der New York Times mit bekannter Selbstgerechtigkeit.

Seine Selbstwahrnehmung wird den seit Dezember als Fußball-Funktionär gesperrten Walliser allerdings nicht vor der Realität bewahren: Nach Angaben der der französischen Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Fifa-Kreise beim Kongress hatte Blatter aufgrund der Wahl seines Landsmannes Gianni Infantino zum neuen Verbandschef noch am Freitag sein Dienst-Apartment nahe der Fifa-Zentrale in Zürich zu räumen oder für die vorläufige Weiternutzung der Räumlichkeiten Miete zu bezahlen. Auch sein Anrecht auf die nach Schweizer Recht trotz der Sperre weiter erfolgte Anweisung seiner regulären Präsidenten-Bezüge erlosch durch Infantinos Inthronisierung. Schon zu Jahresbeginn waren dem langjährigen Fifa-Boss sämtliche Bonus-Zahlungen wegen Pflichtverletzungen gestrichen worden.

Im Rückblick auf sein Ende an der Fifa-Spitze schilderte Blatter den Tag der Bekanntgabe der Anklage gegen seine Person im September 2015 wegen der 1,8-Millionen-Euro-Zahlung an seinen französischen "Ziehsohn" und Präsidenten-Kollegen Michel Platini vom Europa-Verband Uefa. Die Ermittler hätten ihm erklärt, berichtete Blatter in dem Interview mit der US-Zeitung, dass er die nach der vorangegangenen Sitzung der Fifa-Exekutive angesetzte Pressekonferenz "nur mit zwei Polizisten an meiner Seite" hätte abhalten dürfen. Nachdem der Medientermin abgesagt worden war, fühlte sich Blatter bei der anschließenden Einvernahme in der Fifa-Zentrale in Zürich "von den Schweizer Behörden wie der letzte Gangster der Welt behandelt. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land."

(sid)
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