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Fifa-Präsident will gegen Sperre vorgehen
Blatter klammert sich immer noch an die Macht

Fifa-Skandal: Das sagt Sepp Blatter zum Urteil
Fifa-Skandal: Das sagt Sepp Blatter zum Urteil FOTO: ap
Zürich/Düsseldorf. Vermutlich macht sich Joseph, genannt Sepp, Blatter schon über sein Comeback Gedanken. Wenn der Präsident des Weltverbands Fifa die von der rechtssprechenden Kammer der Ethikkommission verhängte achtjährige Sperre abgebrummt hat, ist er gerade einmal 87 Jahre alt. Also im besten Funktionärsalter. Von Gianni Costa

Michel Platini, Präsident der Uefa, ist dann 68 und quasi noch am Anfang seiner Laufbahn in der Organisation. Beide sind jedenfalls finster entschlossen, weiter um ihre berufliche Zukunft zu kämpfen und haben Einspruch gegen das Urteil angekündigt. "Ich werde kämpfen – für die Fifa, für mich", kündigte Blatter auf einer Pressekonferenz trotzig an. "Für mich gelten auch Rechte."

Vor dem Sportgerichtshof CAS und dem Schweizer Bundesgericht wären noch Klagen gegen die Sanktionen möglich. Die Aussicht auf Erfolg sind indes nicht besonders groß – und das ist das ist eine durchaus beruhigende Erkenntnis. Gegen die beiden Fußballfunktionäre wird wegen einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken im Jahr 2011 ermittelt. Beide behaupten, es handele sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die Fifa aus den Jahren 1998 bis 2002.

Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission sieht dies anders. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, "es gab keine rechtliche Basis für die Zahlung". Außerdem hätten sowohl Blatter als auch Platini ihre Treuepflicht gegenüber der Fifa verletzt und gegen allgemeine Verhaltensregeln verstoßen. Die ermittelnde Kammer hatte für Blatter und Platini sogar eine lebenslange Sperre gefordert. Blatter muss zusätzlich eine Geldstrafe von 50.000 Schweizer Franken zahlen, Platini wurde mit 80.000 Schweizer Franken belegt.

Pressestimmen : "Die Fifa-Dinosaurier sind endgültig ausgestorben" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Blatter klammert sich noch immer fest an die Macht. Er will nicht einsehen, dass seine Zeit abgelaufen ist. Vermutlich macht er das auch deshalb so hartnäckig, weil er weiß, dass sich das System nicht ändern wird. In der DNA der Fifa ist Klüngelei ein fester Bestandteil. Hilfst du mir, helfe ich dir. Sehr lange ist da so gut gegangen. Weil jeder ein berechtigtes Interesse daran hatte, dass es eben keine Transparenz in der Fifa gibt. Der Sport selbst hatte nicht die Kraft zur Veränderung. Maßgeblich vorangetrieben werden die Ermittlungen von der US-Justiz. Aufgedeckt wurde ein Sumpf aus Korruption, Geldwäsche und anderen kriminellen Vergehen. Den Ermittlungs-Ergebnissen konnten sich auch die Schweizer Behörden nicht mehr durch jahrelang eingeübtes Wegsehen entziehen.

Die Fifa braucht dringend einen Neuanfang. Die Fifa braucht noch viel dringender neue Strukturen. Doch wer sollte das fordern. Die Europäer, die in der Vergangenheit auf die Einhaltung ethischer und moralischer Standards besonders lautstark gepocht haben, wurden längst in großen Teilen als genauso korrupt demaskiert und haben sich dementsprechend als Aufklärer disqualifiziert.

Unlängst ist Wolfgang Niersbach über Ungereimtheiten bei der Weltmeisterschaft 2006 gestolpert. Niersbach wurde als möglicher Nachfolger von Platini bei der Uefa gehandelt. Doch nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident steht Niersbach im Abseits. In Deutschland ist gleichwohl niemand in Sicht, der in absehbarer Zeit auf dem internationalen Parkett Kontakte knüpfen könnte. Der DFB ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

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