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MLS startet neue Saison
Altstars der US-Profiliga leben vom Glanz vergangener Tage

Steven Gerrard gibt sein Debüt für L.A. Galaxy
Steven Gerrard gibt sein Debüt für L.A. Galaxy FOTO: afp, sd
Boston . Der Profifußball in den USA ist für die Topstars der Welt noch immer nur für die Altersvorsorge interessant. Um das zu ändern, müsste die Liga ein eisernes Prinzip aufgeben, sagt David Beckham.

Drogba, Pirlo, Lampard - die Zugnummern der neuen Saison der Major League Soccer leben vom Glanz vergangener Tage. In ihrer 21. Spielzeit ist die US-Profifußballliga mehr denn je ein sportlich zweifelhaftes Sammelbecken von Altstars. Von Sonntag an schleppen sich Veteranen wie Didier Drogba (Montreal Impact), Kaka (Orlando City FC), Steven Gerrard (Los Angeles Galaxy) sowie Andrea Pirlo, David Villa und Frank Lampard (alle New York City FC) ins Rennen um den Titel. Ihr Durchschnittsalter beträgt 35,3 Jahre.

Die bekanntesten Neuzugänge in der Saisonpause, der niederländische Ex-Bundesliga-Profi Nigel de Jong und der Engländer Ashley Cole (beide L.A. Galaxy) passen mit ihren 31 und 35 Jahren bestens zur Altersstruktur. Längst ist Europas Sicht auf die MLS zementiert: Zwischen Washington und Vancouver kann man die Fußball-Karriere bequem ausklingen lassen.

"Wir hoffen, dass wir schon bald Spieler im Alter von 26, 27 Jahren anlocken können - vielleicht nicht die Elite, aber gute Leute", betont der ehemalige Bundesliga-Profi Claudio Reyna, inzwischen Manager des New York City FC.

Sein Argument beim Werben um die großen Namen: Land und Liga bieten Lifestyle in einigen der Top-Metropolen der Welt und selbst für einen Superstar wie Pirlo mitten in Manhattan Anonymität. In der "New York Times" betonte der Italiener, dass er in New York "einfach mal zum Abendessen in die angesagtesten Restaurants gehen" könne - in seiner Heimat sei das nicht möglich.

Der italienische Weltmeister Pirlo wird ab dieser Saison von einem französischen Weltmeister trainiert: Patrick Vieira ist der berühmteste MLS-Mann an der Seitenlinie. Der Starfaktor soll die Liga global interessant machen. Die MLS wächst konstant. Derzeit besteht sie aus 20 Teams, bis 2018 kommen mindestens drei hinzu. Wenn die Entwicklung so weitergehe, sagt Reyna, werde die MLS "in einer Dekade eine der besten Ligen der Welt" sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, betont David Beckham, müsse die Liga jedoch ihre fest geschriebene Gehaltsobergrenze abschaffen. Der Engländer, der von 2007 bis 2012 für L.A. Galaxy spielte und die MLS-Rechte für ein Team in Miami besitzt, sieht das Limit als "eine Sache, die viele Spieler davon abhält, in die MLS zu kommen".

In dieser Saison liegt die Gehaltsobergrenze pro Team bei 3,49 Millionen Dollar. Das Maximalgehalt eines Profis, von drei pro Team erlaubten Ausnahmen abgesehen, beträgt 436 250 Dollar. So mancher Spieler in Europas zweiten Ligen verdient mehr. 

(dpa)
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