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Ex-Fußballer bald Präsident?
George Weah führt nach erster Stimmauszählung in Liberia

George Weah führt nach erster Stimmauszählung in Liberia
George Weah gibt in einem Wahllokal in Monrovia seine Stimme ab. FOTO: ap, SA
Monrovia. Afrikas "Fußballer des Jahrhunderts", Weltfußballer - und bald Präsident von Liberia? George Weah kann sich berechtigte Chancen auf das höchste Staatsamt seines Landes machen. Erste Teilauszählungen sehen ihn vorn.

Der frühere Weltfußballer George Weah kann sich Chancen auf die Stichwahl um die Präsidentschaft in seinem Heimatland Liberia ausrechnen. Ersten Teilauszählungen zufolge lag der 51-Jährige bei der ersten Wahlrunde in 14 von 15 Bezirken des Landes in Führung, während Vizepräsident Joseph Boakai in seinem Heimatbezirk Lofa die bislang meisten Stimmen erhielt, wie die nationale Wahlkommission am Donnerstagabend mitteilte.

Die Zahlen spiegelten jedoch nur einen kleinen Teil des Gesamtvotums wider, sagte Kommissionschef Jerome Korkoya. Er warnte die Anhänger der Kandidaten davor, den Sieg ihres Lagers verfrüht zu verkünden.

Das Endergebnis der ersten Wahlrunde soll innerhalb der kommenden zwei Wochen feststehen. Zwei Wochen nach Bekanntgabe würde dann die Stichwahl stattfinden, sollte diesmal keiner der 20 Präsidentschaftskandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten. Auch die 73 Sitze im Repräsentantenhaus waren zu vergeben.

Für Liberia wäre es der erste demokratische und friedliche Machtwechsel seit Jahrzehnten. Der Wahlsieger wird Nachfolger von Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte. Internationalen Beobachtern zufolge lief die erste Runde ohne größere Unregelmäßigkeiten ab. Lediglich in einigen Wahlkreisen seien die Wahllokale verspätet geöffnet worden, hieß es.

Eine der größten liberianischen Parteien forderte allerdings am Donnerstag wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten eine Unterbrechung der Stimmenauszählung. Wütende Demonstranten versammelten sich bei der Zentrale der Freiheitspartei und sagten, Wahllokale hätten verspätet aufgemacht und bei mindestens einem Lokal in der Hauptstadt Monrovia habe es Manipulationen gegeben.

Der Spitzenkandidat der Partei, Charles Brumskine, hatte bei der Wahl 2005 Platz drei erreicht, 2011 wurde er Vierter. Ein Sprecher der Wahlkommission sagte, sie sei bereit, sich offizielle Beschwerden anzuhören, aber die Auszählung werde fortgesetzt.

Johnson-Sirleaf hatte das noch immer bitterarme Land aus den Wirren eines 14-jährigen Bürgerkriegs mit mehr als einer Viertelmillion Toten geführt, der 2003 beendet wurde. 2006 trat sie ihre erste sechsjährige Amtszeit an, 2011 bekam sie zusammen mit zwei weiteren Aktivistinnen den Friedensnobelpreis für ihren Einsatz für Frauenrechte. Ihr Versuch zum Aufbau des Landes wurde von einer tödlichen Ebola-Epidemie 2014 und 2015 zurückgeworfen, die fast 5000 Liberianer das Leben kostete.

 

(areh/ap)
 
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