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Fußball in Iran
Freude über Tickets für weibliche Fans währt nur kurz

Iranische Frauen im Fußballstadion
Iranische Frauen im Fußballstadion FOTO: afp, dg/vel
Teheran. Zu früh gefreut: Iranische Fußball-Anhängerinnen haben in Iran zumindest für einen kurzen Moment gedacht, sie dürften endlich ein Spiel besuchen. Ein Irrtum, der schnell aufgedeckt wurde.

Die Tickets waren fälschlicherweise verkauft worden, wie die Behörden am Montag mitteilten. Seit der Islamischen Revolution ist Frauen im Iran der Besuch von Männer-Fußballspielen und anderen Sport-Events untersagt. Begründet ist das Verbot mit dem Schutz der Frauen vor der vulgären Atmosphäre.

Für das WM-Qualifikationsspiel der iranischen Nationalmannschaft gegen Syrien am Dienstagabend in der Hauptstadt Teheran (19.30 Uhr) hatte es im Internet allerdings die Möglichkeit gegeben, Tickets für Frauen zu erwerben.

Viele Frauen teilten mit dem Hashtag "Ich habe ein Ticket" ihre Freude auf Twitter. "Ich war total aufgeregt. Das war unglaublich", sagte ein weiblicher Fan der Zeitung Shahrvand. Eine andere Frau erwarb ein Ticket, obwohl sie kein Fan ist: "Ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht zuschlage, würde ich ein großes Ereignis verpassen."

Der Iranische Fußball-Verband (FFIRI) beendete die Begeisterung jedoch schnell. Es handle sich um eine "technische Panne", teilte der Verband in einem Statement mit: "Es gibt keine Pläne, die Anwesenheit von Frauen während des Spiels zu erlauben." Von Frauen gehaltene Tickets werden zurückerstattet.

Iran steht bereits als Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2018 in Russland fest. Nach dem Spiel gegen Syrien sind Feierlichkeiten geplant.

Frauen haben im Iran die Erlaubnis, einige Sportarten zu sehen. Die Regeln können allerdings ohne Vorwarnung verändert werden. 2014 waren Frauen ohne Erklärung mit nur wenigen Ausnahmen von Volleyballspielen ausgeschlossen worden.

(sid)
 
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