Merkwürdige Urteile: Ist die Sperre gegen Kahn gerechtfertigt?
zuletzt aktualisiert: 23.03.2007 - 10:52Düsseldorf (RPO). Was ist in den Kommissionen der Uefa und Fifa los? Die Urteile der vergangene Monate werfen Fragen nach Gerechtigkeit auf. Jüngstes Beispiel: die Pinkel-Affäre um Oliver Kahn.
Kahn hat demnach einen Doping-Kommissar beleidigt - ein Spiel Sperre. Zum Vergleich: Der Argentinier Cufre, der Per Mertesacker im WM-Halbfinale nach Spielschluss mit Anlauf brutal in den Unterleib getreten hatte, wurde für vier Spiele gesperrt. Zweierlei Maß?
Mark van Bommel jubelte mit einer unflätigen Geste beim Champions-League-Duell von Bayern München bei Real Madrid. Die Folge war ein Spiel Sperre auf Bewährung. Im Rückspiel sah er Gelb-Rot, die Uefa sperrte ihn für zwei Spiel, wiederrief das Urteil aber kurze Zeit später. Damit muss van Bommel nur die regelkonforme Sperre für die Ampelkarte absitzen.
Der größte Skandal ereignete sich zuletzt in Valencia, wo Jagdszenen das Bild nach dem Schlusspfiff bestimmten. Ersatzspieler David Navarro stürmte dabei mal schnell das Feld, um einem Spieler von Inter Mailand vor einem Millionenpublikum ins Gesicht zu schlagen - sieben Spiele Sperre.
Was meinen Sie, sind die Strafen gerecht? Messen Uefa/Fifa mit zweierlei Maß? Sind die Strafen zu hart oder sogar zu mild. Schreiben Sie Ihre Meinung in das vorgesehene Feld unter dem Artikel.
Wir haben einige Beispiel-Urteile für Sie zusammengestellt
Fifa-Urteile:
Skandalspiel Türkei gegen die Schweiz: Die Türkei muss alle Ausscheidungsspiele zur EM 2008 auswärts austragen - und das mindestens 500 Kilometer jenseits der eigenen Landesgrenzen. Alpay Ozalan und Emre Belozoglu (Türkei) sowie Benjamin Huggel (Schweiz)erhielten eine Sperre für sechs Punktspiele seiner Nationalmannschaft und eine Geldstrafe von 15.000 Schweizer Franken (plus Verfahrenskosten).
Kopfstoß von Zindeine Zidane: Wegen seines Kopfstoßes gegen Marco Materazzi im WM-Finale am 9. Juli in Berlin ist der zurückgetretene französische Star Zinedine Zidane von der Fifa mit einer Sperre von einem Spiel sowie einer Geldstrafe von 7500 Schweizer Franken belegt worden. Materazzi wurde wegen Provokation zu zwei Spiele verurteilt.
Faustschlag von Torsten Frings: Die Fifa hat Torsten Frings für das WM-Halbfinale gesperrt, nachdem er im Viertelfinale gegen Argentinien nach dem Spiel einen Südamerikaner geschlagen hatte. Der Argentinier Cufre, der Per Mertesacker in den Unterleib getreten hatte, wurde für vier Spiele gesperrt. Landsmann Maxi Rodriguez, der ebenfalls in die verwickelt war und Bastian Schweinsteiger auf den Hinterkopf geschlagen hatte, musste zwei Spiele pausieren.
Ausgebliebene Gehaltszahlung: Dem österreichischen Bundesligisten Grazer AK wurde mit einem Abzug von sechs Punkten belegt. Der verschuldete Verein war nach einer Klage des früheren Grazer Spielers Daniel Kimoni wegen offener Gehaltsforderungen bereits rechtskräftig verurteilt worden.
Uefa-Urteile:
Van Bommels Geste gegen Real-Fans: Zunächst gab's ein Spiel auf Bewährung, nach der Ampelkarte im Rückspiel wurde van Bommel für zwei Spiele gesperrt. Es folgte die Reduzierung auf eine Partie.
"Pipi-Affäre" von Oliver Kahn: Oliver Kahn ist wegen Beleidigung eines Dopingkommissars für das Champions-League-Viertelfinale beim AC Mailand gesperrt worden.
Jagdszenen in Valencia: Die von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verhängte siebenmonatige Spielsperre gegen den Spanier David Navarro gilt auch für den Bereich des Weltverbandes FIFA. Der Verteidiger ist für sämtliche nationalen und internationalen Spiele gesperrt. Neben Navarro wurden die Inter-Verteidiger Nicolas Burdisso (hatte die Ausschreitungen offenbar angezettelt) und Maicon für sechs Partien und Valencias Abwehrspieler Carlos Marchena für vier Begegnungen gesperrt. Inters Innenverteidiger Ivan Cordoba bekam drei und Angreifer Julio Cruz zwei Spiele Sperre auferlegt. Beide Klubs wurden zudem zu einer Geldstrafe in Höhe von 155.772 Euro (250.000 Schweizer Franken) verurteilt.
Fanausschreitungen in Rotterdam: Der niederländische Verein Feyenoord Rotterdam darf nach schweren Krawallen seiner Fans in dieser Saison nicht mehr in europäischen Wettbewerben spielen.
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