| 17.35 Uhr

Fußball-Legende spielt jetzt Tennis
Federer ist Maldinis großes Vorbild

Ready for the Aspria Milano ATP Challenger 🎾🎾🎾

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Mailand/Köln. Paolo Maldini gehörte schon als Teenager zu den besten Fußballern seiner Zeit, mit fast 49 Jahren ist er nun noch einmal Lehrling: In der kommenden Woche tritt die Milan-Ikone beim Tennis-Turnier von Mailand an.

25 Profi-Jahre, 647 Einsätze für den ruhmreichen AC Mailand, 126 Begegnungen im Nationaltrikot: Den Fußball hat Paolo Maldini komplett durchgespielt, Zeit also für eine neue Herausforderung. Ab Montag, seinem 49. Geburtstag, mischt der elegante Verteidiger von einst bei den Tennisprofis von heute mit. Und vor seinem Auftritt beim Challenger-Turnier in Mailand hat Maldini mehr Bammel, als er vor irgendeinem seiner unzähligen Kicks hatte.

"Ich freue mich auf dieses neue Abenteuer, ich bin aber auch richtig aufgeregt", sagte Maldini, der gemeinsam mit seinem Trainer Stefano Landonio im Doppelwettbewerb aufschlägt. Das Duo, das es gemeinsam auf stolze 95 Lebensjahre bringt, hat sich den Start bei den Milan Open redlich verdient, mit einem Sieg bei einem Qualifikationsturnier.

Und es passt zu Maldini und seinem unbändigen Ehrgeiz, dass dieses Abenteuer keineswegs zu einer Witz-Veranstaltung werden soll. "Mich fasziniert die Herausforderung", sagt Maldini, der immer noch der gewohnte Wettkämpfer aus besten Fußballer-Zeiten ist: "Ich verspüre beim Tennis den Drang, mich ständig zu verbessern. Es treibt mich an, immer weiter zu spielen, mehr als der Gegner."

Karriereende mit 41

Regelmäßig spiele er seit seinem Rücktritt als Profi-Fußballer 2009. 41 Jahre war der ewige Paolo alt, als er nach 26 Titeln mit Milan, darunter fünfmal die Champions League, die zu Beginn seiner Karriere noch der Landesmeister-Cup war, die Stollen gegen Tennisschuhe tauschte, die Rossoneri gegen die Rote Asche. Ein Spätberufener, zumindest was seine zweite Karriere anbelangt.

"Er hat ein paar kleine technische Schwächen, was nicht verwundert - Paolo spielt ja erst sein ein paar Jahren konsequent", sagt Doppelpartner Landonio, der es selbst nur zu Weltranglistenplatz 975 gebracht hat. Von Maldinis erklärtem sportlichen Vorbild, Edeltechniker Roger Federer, ist er ein ganzes Stück entfernt. "Aber er hat verblüffende mentale und physische Fähigkeiten. Das Qualifikations-Turnier war unser erster Wettkampf. Vorher haben wir nur ein paar Mal für den guten Zweck gespielt", mein Landonio.

Wenn es bei den Milan Open ernst wird, sind die beiden Jungsenioren im Feld der 16 Doppel klare Außenseiter, schließlich hat - zumindest im Einzel - nicht gerade Laufkundschaft gemeldet. Der Spanier Tommy Robredo ist am Start, immerhin ein früherer Top-10-Spieler, die Argentinier Federico Delbonis und Guido Pella, beide amtierende Davis-Cup-Sieger. Das Doppelfeld dürfte kaum schlechter besetzt sein.

Doch Maldini hat Zeit seiner Karriere stets bewiesen, dass er sich gegen vermeintlich stärkere Gegner durchbeißen kann. So war es schon 1984, als er sich als 16-Jähriger seinen Platz in Milans erster Mannschaft erkämpfte, in einem Team mit Haudegen wie Franco Baresi oder Ray Wilkins. So war es als Mitvierziger, als er paralell zum Tennis mit Boxtraining anfing.

Beweisen muss Maldini nichts mehr - in Italien gibt es kaum einen mehr geachteten Sportler. Daran wird sich auch auf dem Centre Court von Mailand nichts ändern.

(sid)
 
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