| 19.26 Uhr

In der Champions League gegen Gladbach
Sami Khedira ist Juves neuer Motor

Porträt: Sami Khedira: Weltmeister und Weltenbummler
Porträt: Sami Khedira: Weltmeister und Weltenbummler FOTO: dpa, gh
Turin. Für Sami Khedira läuft es seit seinem Comeback bei Juventus Turin bestens. Am Mittwoch trifft der Weltmeister mit seiner Mannschaft auf Borussia Mönchengladbach.

Sami Khedira gehörten die Schlagzeilen, wieder einmal. "Was für ein Malheur des Deutschen", schrieb der Corriere dello Sport am Montag über die Nullnummer im "Derby d'Italia" zwischen Juventus Turin und Inter Mailand und meinte Khediras Pfostenschuss aus acht Metern: "Das war mehr als nur ein Fehler. Juve kann dieser goldenen Gelegenheit nur nachtrauern."

Geärgert haben wird sich auch Khedira über sein Pfosten-Pech im Topspiel. Vielmehr aber dürfte der Weltmeister froh sein, überhaupt wieder mitzumischen im Blätterwald der italienischen Gazetten. Denn Khedira ist nach seinem verspäteten Saisonstart endlich angekommen bei Juventus, daran konnte auch das dürftige 0:0 im Spitzenspiel nichts ändern.

"Wir sind nicht so gut gestartet. Aber in gewisser Weise ist die Liga dadurch für uns aufregender geworden und nun stellen wir uns der Herausforderung", sagt Khedira, der an den ersten sechs Spieltagen verletzt hatte zuschauen müssen. Juve legte in dieser Zeit den schwächsten Saisonstart seit 1969 hin, nun berappelt sich die Alte Dame allmählich. Ganz ähnlich also wie Borussia Mönchengladbach, am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) Juves Gegner in der Champions League.

Als Tabellen-14. liegt Turin noch immer deutlich hinter den Erwartungen, an dem zarten Aufschwung hat Khedira immerhin seinen Anteil. Beim 3:1 gegen Schlusslicht FC Bologna etwa, seinem Liga-Debüt, hatte der 28-Jährige ein Tor erzielt und ein weiteres vorbereitet. "Khedira ist eine deutsche Garantie. Die Software muss man bei ihm nicht austauschen, sondern nur in Bewegung bringen. Eins ist sicher: Mit Khedira ist Juve eine andere Mannschaft", schrieb die Turiner Tageszeitung La Stampa anschließend.

Seither gehört der Deutsche zum Stamm, auch gegen Inter spielte er 90 Minuten durch – und hatte in der Schlussphase Glück, nach einem Foul an Mauro Icardi nicht mit Gelb-Rot vom Platz gehen zu müssen. "Das war sicher nicht unser bestes Spiel, unter dem Strich geht das Remis in Ordnung", sagte der im Sommer von Real Madrid nach Italien gewechselte Khedira.

Gleichzeitig machte das 0:0 aber auch deutlich, welch große Hoffnungen auf Khediras Künsten liegen. "Die Alte Dame gewinnt erst in der zweiten Halbzeit an Schwung, nachdem Inter den Druck verringert hat und Khedira endlich den Motor zündet", schrieb der Corriere della Sera. Kein Zweifel: Der deutsche Motor wird derzeit dringend benötigt bei dem Fiat-Klub, nicht zuletzt im Heimspiel gegen Gladbach.

Ein Malheur wie gegen Inter sollte Khedira allerdings gegen die Borussia nicht passieren. Freistehend aus acht Metern sei der Pfosten "schwieriger zu treffen gewesen als das Tor", schrieb die Gazzetta dello Sport, La Stampa fügte hinzu: "Khediras eklatanter Fehler hilft nicht, die Stimmung zu heben." Khedira konnte all das verschmerzen. Denn in Turin angekommen ist der Deutsche inzwischen zweifellos.

(seeg/sid)
 
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