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Italienischer Meister
Khedira und Juventus feiern den Scudetto

Sami Khedira und Juventus Turin feiern den Scudetto
Sami Khedira und Juventus nach der Partie gegen Florenz am Sonntag. FOTO: dpa, ei bjw
Turin. Sami Khedira ist erstmals italienischer Fußball-Meister. In Turin fühlt er sich wohl und läuft zu seiner Bestform auf.

Sami Khedira tanzte und spritzte im "Juventus Center" mit der Magnumflasche Scudetto-Champagner umher, seine Mitspieler sprangen auf die Tische und schmauchten ihre Siegeszigarren. Als der deutsche Fußball-Weltmeister um 16.55 Uhr vor einer Großbild-Leinwand in Vinovo erstmals italienischer Meister wurde, gab es keine Zurückhaltung mehr in Turin.

"Jaaa! Welch ein wunderbares Jahr! Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein!", schrieb Khedira Minuten später bei Facebook euphorisch in drei Sprachen. Geahnt, ja beinahe gewusst hatte er es schon am Sonntagabend: "Nach dieser unglaublichen Serie von 25 Spielen ohne Niederlage mit 24 Siegen sind wir fast am Ziel", hatte er da mitgeteilt.

Es scheint, als sei Sami Khedira wie für Italien geboren. In den Maßanzügen der Edel-Designer sieht er aus, als würde er für die Mailänder Modewoche gebucht, ihm liegt die Art der Menschen, die Sonne und das Flair des Piemont. "Ich habe hier in Turin einen neuen Geist in mir geweckt", berichtet er, "Italien ist mir unheimlich wichtig."

Das dürfte sich am Montag nochmals verstärkt haben. Das turbulente 2:1 des Rekordmeisters beim AC Florenz am Sonntag hatte die allerletzten Zweifel am 32. Scudetto beseitigt, tags darauf folgte der rechnerische Vollzug durch das 0:1 (0:0) des weit entfernten Verfolgers SSC Neapel beim AS Rom.

Für Khedira, den die Presse mal "eine Perle", mal "den Computer", dann wieder einen "mächtigen Yedi" nennt, ist es der dritte Meistertitel im dritten Land. 2007 war er mit dem VfB Stuttgart Champion in der Bundesliga, 2012 mit Real Madrid in Spanien.

Seinen Wechsel nach Italien im Sommer bereut er keineswegs, obwohl die Spanier, Engländer und auch die Deutschen manchmal recht abschätzig auf die einseitige Serie A blicken. Juve ist nun im fünften Jahr nacheinander Campione und feierte das mit dem Tweet "Hi5tory!". "Über unsere Liga wird nicht ganz so positiv gesprochen", sagt Khedira, "aber das Niveau ist höher, als immer behauptet wird."

"Khedira macht immer das Richtige"

Das bekam in der Champions League auch der FC Bayern München zu spüren. Um ein Haar hätte Khedira seine vielen Kollegen aus der Nationalmannschaft aus dem Wettbewerb gekegelt - dann kam Thomas Müller, und Juve schied aus.

Der Verein musste sich davon erholen. Auch Khedira, der zuvor erklärt hatte, seine Mannschaft habe "das Potenzial, die Königsklasse" zu gewinnen. Das hatte sie auch, aber irgendetwas fehlte.

Wer die Zeitungen in Italien liest, die auf rosa Papier gedruckte Gazzetta dello Sport beispielsweise, bekommt den Eindruck, dass es nicht an Sami Khedira gelegen hat. "Er macht immer das Richtige", stand darin kürzlich. "Khedira glänzt mit seiner Intelligenz."

Der 29-Jährige hat bemerkt, dass seine Spielweise im Land des Catenaccio eine andere Anerkennung erfährt: "Hier wird der Fußball anders wahrgenommen. Viele Spiele werden über die Defensive entschieden, das weiß man sehr gut in Italien."

In der laufenden Saison stehen für den 29-Jährigen 20 Liga-Einsätze mit insgesamt fünf Toren und vier Vorlagen in der Statistik. Seine schlagzeilenträchtige Liaison mit dem Model Lena Gercke ist seit einiger Zeit beendet. "Meine große Liebe", sagt Khedira, "ist jetzt wieder der Fußball."

(sid)
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