Verdacht der Bilanzfälschung: Italiens Klubbosse unter Beschuss
zuletzt aktualisiert: 18.12.2007 - 13:45Mailand (RPO). Am Dienstag hat das Verfahren gegen die italienischen Serie-A-Klubs AC und Inter Mailand wegen des Verdachts der Bilanzfälschung begonnen. Untersuchungsrichterin Cristina Di Censo muss über die Eröffnung eines Prozesses gegen den Geschäftsführer von Milan, Adriano Galliani, den Vizepräsienten von Inter Mailand, Rinado Ghelfi, und Ex-Inter-Manager Mauro Gambero entscheiden.
Champions-League-Sieger Milan und Meister Inter sollen zwischen 2003 und 2005 ihre Bilanzen "frisiert" haben, indem sie den Wert ihrer Profis höher eingestuft hatten. Sollte das zuständige Gericht der Anklage stattgeben und ein Verfahren einleiten, drohen den Vereinen im Falle einer Verurteilung Geldstrafen. Mit einer Bestrafung durch den italienischen Fußballverband FIGC müssen die Klubs zunächst nicht rechnen.
Milan und Inter wiesen die Vorwürfe von Staatsanwalt Carlo Nocerino erneut zurück und gaben sich am Dienstag gelassen. "Unsere Bilanzen sind absolut einwandfrei, und dies wird sich sehr schnell zeigen", teilte Milan mit. Auch der angeklagte Vize-Präsident Galliani wies die Beschuldigungen zurück: "Wir haben absolut gemäß den Vorschriften gehandelt." Inter-Präsident Massimo Moratti zeigte sich "zuversichtlich, dass sich die Vorwürfe schnell klären werden".
Derweil hat auch in Turin am Dienstag das Verfahren gegen das inzwischen zurückgetretene Management von Erstligist FC Turin begonnen. Die Funktionäre werden ebenfalls der Bilanzfälschung beschuldigt. Die Manager sollen in den Bilanzen den Wert von Spielern völlig überhöht angegeben haben, um so die Überschuldung des Vereins zu vertuschen.
Vor Gericht stehen unter anderem der Ex-Torino-Besitzer Franco Cimminelli, der ehemalige Präsident Tilli Romero und der Ex-Finanzdirektor Carlo Paluzza. Das Nationale Olympisches Komitee von Italien CONI und der italienische Fußballverband nehmen als Zivilkläger am Prozess teil.
Die 2005 eingeleiteten Ermittlungen gegen Torino Calcio waren Teil einer großen Untersuchung der italienischen Steuerfahndung aufgrund angeblich gefälschter Bilanzen italienischer Serie-A-Klubs. Den Angeklagten wird auch Betrug auf Kosten des Fußballverbandes vorgeworfen. Der Richter wird am 10. Januar 2008 seine Urteile fällen.
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