England-Kapitän abgesägt: John Terry – die geliebte "Ratte"
VON UNSEREM KORRESPONDENTEN ALEXEI MAKARTSEV - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 17:08LONDON (RP). Englands Fußballwelt ist aus dem Häuschen. Schuld daran ist eine untreue "Ratte" und ein Londoner Richter mit dem Namen Sir Michael Tugendhat, der leidenschaftlich die Redefreiheit hütet. Die Ratte – so nennen die Fußballfans den berühmten Chelsea-Verteidiger und Kapitän der Nationalmannschaft, John Terry, der seinen Teamkameraden Wayne Bridge mit dessen hübscher Freundin betrogen haben soll.
Terrys Vorzeige-Ehe liegt angeblich in Ruinen, bald könnte der bestbezahlte Kicker Großbritanniens (er kassiert jede Woche 170 000 Pfund) auch seine Kapitänsbinde loswerden, die er bei der WM in Südafrika tragen wollte. So schwer wiegt der moralische Schaden für die Nation durch den Fall der Sportlegende, dass sich jetzt sogar die Labour-Regierung eingeschaltet hat, die Sanktionen gegen den Ehebrecher fordert.
Tiger Woods lässt grüßen. Wie der US-Golfer gilt der 29 Jahre alte John Terry als Vorbild in seinem Land: wegen seiner Willensstärke, der Zuverlässigkeit und Fairness auf dem Spielfeld, wegen der Treue zu seinem Team FC Chelsea (seit 1998) und wegen seiner fehlenden Starallüren. Als er den englischen "Fußballer des Jahres" 2006 zum Kapitän befördert hat, schwärmte der damalige Nationaltrainer Steve McClaren von Terrys "Talent, Mut und Autorität". Auch das Menschliche schien bei dem Vater der Zwillinge Georgie und Summer Rose zu stimmen: Terry und seine Jugendliebe Toni Poole ergaben solch ein perfektes Ehepaar, dass die gerührten Briten den Fußballprofi Mitte 2009 in einer Umfrage zum "Papa des Jahres" kürten."Meine Familie bedeutet alles für mich", tönte damals der Star, der zu dem Zeitpunkt wohl bereits ein Auge auf die brünette Nachbarin in seinem Dorf geworfen hatte. Die 33-jährige Französin Vanessa Perroncel ist ein Unterwäsche-Model, und sie lebt mit ihrem Sohn allein in Südengland, seitdem ihr Freund Wayne Bridge von London nach Manchester gewechselt ist.
Das sagt Englands Coach Fabio Capello
"Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Entscheidung gekommen, dass es das Beste für mich und dem Team ist, ihm das Kapitänsamt zu entziehen. Als Kapitän hat er sich positiv verhalten, aber ich habe auch andere Dinge zu berücksichtigen", so Capello.
Das Problem: Toni Poole ist mit Vanessa dick befreundet, und Bridge ist ein alter Kumpel von Terry, mit dem gemeinsam der Top-Fußballer jahrelang bei Chelsea gekickt hat. Trotzdem kann der "Papa des Jahres" seine Lust nicht zügeln. Laut einer Zeitung treibt es Terry "vier Monate lang, zweimal die Woche" mit Vanessa, wobei das Model im Herbst abtreiben muss. Die "Times" nennt dieses Verhalten "selbst in der moralisch fragwürdigen Welt des Fußballs jenseits der Grenzen des Erlaubten".
Als die Medien von der Affäre Wind kriegen, verdonnert Terry per Vertrag seine Geliebte zum Schweigen und er zieht vor Gericht, um die Blätter wegen angeblicher Verletzung der Privatsphäre zu strengster Schweigepflicht zu verdonnern. Als am vergangenen Freitag der prinzipienfeste Sir Michael Tugendhat diese Beschwerde ablehnt, wird der Richter zum Helden. Und die schadenfreudige Londoner Presse stürzt sich sofort in einen Rachefeldzug. Wie Tiger Woods fällt Terry schnell und tief.
Der Top-Fußballer dürfe nicht die Nationalmannschaft in die WM führen, weil er den Respekt der Briten eingebüßt habe, urteilt die "Times" und die "Sun" serviert die Legende mit der Überschrift "Dubai bye Terry" ab – in Anspielung auf Toni Poole, die nach einer Flucht mit den Zwillingen in die arabische Wüste angeblich die Scheidung fordert. In den Internetforen schreiben wütende Fans, dass ihr einstiger Held die "Moral einer Ratte" habe. Sie wollen Terry nicht länger als Kapitän der Nationalelf sehen.
Ebenso Sportminister Gerry Sutcliffe, der den Verband FA zu einer Bestrafung des Stars drängt. Seine Begründung: Terry sei "ein fantastischer Fußballer", aber als Kapitän müsse er seiner "Verantwortung vor dem Land" bewusst sein. Die Fußball-Funktionäre schweigen betreten. Perroncel hat einen Vertrag mit einem PR-Profi abgeschlossen, um ihre Liebesstory besser verkaufen zu können. Terry gibt keine Kommentare ab und macht das, was er am besten kann: Tore schießen. Am Samstag führte er Chelsea in einen 2:1-Sieg gegen Burnley.- RP ONLINE
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