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England-Kapitän abgesägt
John Terry – die geliebte "Ratte"

England-Kapitän abgesägt: John Terry – die geliebte "Ratte"
Steckt in einer privaten Krise: John Terry (hier mit England-Trainer Fabio Capello). FOTO: AP, AP
LONDON (RP). Englands Fußballwelt ist aus dem Häuschen. Schuld daran ist eine untreue "Ratte" und ein Londoner Richter mit dem Namen Sir Michael Tugendhat, der leidenschaftlich die Redefreiheit hütet. Die Ratte – so nennen die Fußballfans den berühmten Chelsea-Verteidiger und Kapitän der Nationalmannschaft, John Terry, der seinen Teamkameraden Wayne Bridge mit dessen hübscher Freundin betrogen haben soll. Von Unserem Korrespondenten Alexei Makartsev

Terrys Vorzeige-Ehe liegt angeblich in Ruinen, bald könnte der bestbezahlte Kicker Großbritanniens (er kassiert jede Woche 170 000 Pfund) auch seine Kapitänsbinde loswerden, die er bei der WM in Südafrika tragen wollte. So schwer wiegt der moralische Schaden für die Nation durch den Fall der Sportlegende, dass sich jetzt sogar die Labour-Regierung eingeschaltet hat, die Sanktionen gegen den Ehebrecher fordert.

"Meine Familie bedeutet alles für mich", tönte damals der Star, der zu dem Zeitpunkt wohl bereits ein Auge auf die brünette Nachbarin in seinem Dorf geworfen hatte. Die 33-jährige Französin Vanessa Perroncel ist ein Unterwäsche-Model, und sie lebt mit ihrem Sohn allein in Südengland, seitdem ihr Freund Wayne Bridge von London nach Manchester gewechselt ist.

Das Problem: Toni Poole ist mit Vanessa dick befreundet, und Bridge ist ein alter Kumpel von Terry, mit dem gemeinsam der Top-Fußballer jahrelang bei Chelsea gekickt hat. Trotzdem kann der "Papa des Jahres" seine Lust nicht zügeln. Laut einer Zeitung treibt es Terry "vier Monate lang, zweimal die Woche" mit Vanessa, wobei das Model im Herbst abtreiben muss. Die "Times" nennt dieses Verhalten "selbst in der moralisch fragwürdigen Welt des Fußballs jenseits der Grenzen des Erlaubten".

Als die Medien von der Affäre Wind kriegen, verdonnert Terry per Vertrag seine Geliebte zum Schweigen und er zieht vor Gericht, um die Blätter wegen angeblicher Verletzung der Privatsphäre zu strengster Schweigepflicht zu verdonnern. Als am vergangenen Freitag der prinzipienfeste Sir Michael Tugendhat diese Beschwerde ablehnt, wird der Richter zum Helden. Und die schadenfreudige Londoner Presse stürzt sich sofort in einen Rachefeldzug. Wie Tiger Woods fällt Terry schnell und tief.

Der Top-Fußballer dürfe nicht die Nationalmannschaft in die WM führen, weil er den Respekt der Briten eingebüßt habe, urteilt die "Times" und die "Sun" serviert die Legende mit der Überschrift "Dubai bye Terry" ab – in Anspielung auf Toni Poole, die nach einer Flucht mit den Zwillingen in die arabische Wüste angeblich die Scheidung fordert. In den Internetforen schreiben wütende Fans, dass ihr einstiger Held die "Moral einer Ratte" habe. Sie wollen Terry nicht länger als Kapitän der Nationalelf sehen.

 
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