| 14.43 Uhr

Gladbacher US-Nationalspieler
Klinsmann schickt Johnson heim: "Soll Einstellung überdenken"

Jürgen Klinsmann schickt Fabian Johnson von Borussia Mönchengladbach nach Hause
Fabian Johnson wurde in der Verlängerung ausgewechselt. FOTO: dpa, pkb sh
Harrison. US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann verzichtet im Testspiel am Dienstag in Harrison/New Jersey gegen Costa Rica überraschend auf Fabian Johnson. Klinsmann schickte den Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach am Montag (Ortszeit) vorzeitig zurück nach Deutschland.

"Ich habe harte Worte mit ihm gewechselt und ihm gesagt, dass er seine Einstellung zum Team überdenken soll", begründete der ehemalige Bundestrainer die Maßnahme.

Klinsmann verliert mit US-Team gegen Mexiko FOTO: afp, KD

Johnson, der nach einem Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel erst am 23. September sein Bundesliga-Comeback gegeben hatte, wurde am Samstag bei der 2:3-Niederlage nach Verlängerung im Endspiel um die Teilnahme am Confederations Cup 2017 gegen Mexiko nach 111 Minuten ausgewechselt. Zuvor hatte der 27-Jährige seinem Trainer Klinsmann signalisiert, muskuläre Probleme zu haben.

"Er sagte, er könne nicht mehr und habe Angst, sich zu verletzen. Aber er war in dem Moment nicht verletzt", sagte Klinsmann. Durch den dritten und letzten Wechsel hatte der Schwabe sein Auswechselkontingent erschöpft. Eigentlich hatte Klinsmann vor, für ein mögliches Elfmeterschießen Torwart Brad Guzan gegen Ersatzmann Nick Rimando zu tauschen, der als Elfmeter-Spezialist gilt.

"In einer solchen Situation sind es oft kleine Sachen wie diese, die den Unterschied ausmachen", sagte Klinsmann. Letztlich kam es nicht zum Elfmeterschießen, da Paul Aguilar in der 118. Minute mit einem unhaltbaren Volleyschuss das 3:2 für Mexiko erzielte. 

Das ist Fabian Johnson FOTO: afp, dg

Borussia teilte am Dienstagnachmittag via Twitter dagegen mit, dass Johnson zurück und wegen einer Oberschenkelverletzung in Behandlung sei.

 

 

Klinsmann steht nach der verpassten Qualifikation für den Confed Cup in den USA massiv unter Druck. Schon vor dem Spiel gegen Mexiko hatte Ex-Bundesligaprofi Landon Donovan (33/früher Bayer Leverkusen und Bayern München) Klinsmann öffentlich unter Druck gesetzt und bei einer Niederlage dessen Entlassung gefordert. Nach dem Spiel reagierte Klinsmann auf die aufkommende Kritik diplomatisch. Jeder könne seine Meinung frei äußern, "wenn dich nicht jeder mag, ist das okay", sagte er.

(dpa)
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