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Neues Wunderkind aus Schottland
13-Jähriger spielt erstmals für Celtics U20

Glasgow/Düsseldorf. Der Weltfußball ist um eine Attraktion reicher. Der erst 13 Jahre alte Karamoko Dembélé hat in der U20-Auswahl von Celtic Glasgow sein Debüt gegen junge Erwachsene gefeiert. Nun gilt er als neues Wunderkind und wird von zahlreichen europäischen Topklubs gejagt. Von Denis Canalp und Moritz Thienen

Bereits seine Nominierung für den Kader hatte in Schottland hohe Wellen geschlagen, doch ab der 81. Minute begann der Hype erst so richtig. Dembélé wurde tatsächlich eingewechselt – zu diesem Zeitpunkt führte Celtics U20 gegen die Auswahl von Heart of Midlothian 3:1, doch das Ergebnis wurde sofort zweitrangig, denn alle Augen richteten sich auf den Joker. Alle Zuschauer wustten schließlich: Der eingewechselte Junge ist gerade einmal 13 Jahre alt und somit bis zu sechs Jahre jünger als seine Mit- und Gegenspieler.

Passend zum Rekord wird er für Jack Aitchison eingewechselt, der in der vergangenen Saison mit 16 Jahren und 71 Tagen seinen ersten Treffer in der schottischen Premier League erzielt hatte und somit zum jüngsten Celtic-Torschützen in der Geschichte wurde. Macht der in London geborene Dembélé so weiter, wird dieser Rekord wohl eines Tages ihm gehören. Er hat ja noch ein paar Jahre Zeit.

Dembélés Talent war schon sehr früh zu erkennen. Dave Feeney entdeckte ihn bereits mit fünf Jahren. "Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, war er für sein Alter schon unglaublich gut. Er war zwar etwas klein, hatte aber einfach keine Angst. Er ließ alles so einfach aussehen. Während die anderen in seiner Mannschaft kaum den Ball ohne ihre Hände kontrollieren konnten, konnte er ihn schon 100 Mal hochhalten" , sagte Dembélés erster Trainer der englischen Tageszeitung "The Sun".

Videos des jungen Ivorers wurden im Internet bereit hunderttausendfach angeklickt. Seit Sommer gibt es immer wieder neue Videos und Highlight Clips von Dembélé, in denen er seine gleichaltrigen Gegenspieler problemlos stehen lässt und spielend leicht austrickst.

Einen sehr berühmten Fan und Fürsprecher hat der junge Celtic-Spieler auch schon. Der niederländische Europameister von 1988, Ruud Gullit, ist von Dembélés Talent sogar so begeistert, dass er glaubt, dass der Junge den schottischen Fußball retten kann. "Im Moment hat Schottland nicht viele gute Spieler, aber es gibt einen 13-jährigen, der überragend ist. Ich habe ihn auf YouTube gesehen. Er spielt phänomenal!" sagte Gullit, der selbst einst im Alter von zarten 16 Jahren in der niederländischen Ehrendivision debütierte, der "Sun".

Ähnlich sieht es wohl auch der schottische Fußballverband. Die "Sun" berichtete zuletzt, dass er nächsten Monat für die U16-Nationalmannschaft nominiert werden soll, damit er sich nicht doch für die Elfenbeinküste oder sogar England entscheidet, für die er beide auch spielberechtigt wäre.

Natürlich sind schon längst zahlreiche europäische Top-Klubs auf das Wunderkind aufmerksam geworden. Unter anderem soll ihn bereits der FC Bayern gescoutet haben und an einer Verpflichtung interessiert sein. Auch der FC Barcelona soll großes Interesse zeigen. Dies könnte besonders damit zusammenhängen, dass Dembélé in einem direkten Duell mit Barcas U14 seine spielerische Klasse demonstrierte und so den Scouts aus La Masia, der Ausbildungsstätte des Barca-Nachwuchses, auffiel.

Das Interesse der europäischen Topklubs soll auch ein Grund für die frühe "Beförderung" in die U20 sein. Die Verantwortlichen des schottischen Rekordmeisters, der zuletzt in der Champions League Manchester City mit Star-Trainer Pep Guardiola ein sehenswertes 3:3 abtrotzte, wollen Dembélé durch diese Maßnahme davon überzeugen, die lukrativen Offerten auszuschlagen und im Klub zu bleiben.

Ein zu früher Wechsel zu einem Topklub tut nicht jedem talentierten Jungen gut. Beispiele wie die des Jahrhundert-Talents Freddy Adu aus den USA zeigen, dass nicht jedes Talent am Ende auch ein Weltstar wird.

(RPO)
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