Ausländische Decoderkarten: Konkurrenzkampf auf Pay-TV-Markt wächst
zuletzt aktualisiert: 03.10.2011 - 18:09Luxemburg (RPO). Dem europäischen Pay-TV-Markt droht möglicherweiser ein gravierender Einschnitt im Bereich der Sportlizenzrechte. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg urteilt am Dienstag (9.30 Uhr), ob weiterhin Live-Übertragungen von Fußballspielen oder anderen Sportereignissen unter Verwendung ausländischer Decoderkarten untersagt werden dürfen.
Nach Ansicht von EuGH-Generalanwältin Juliane Kokott verstoßen territoriale Exklusivitätsvereinbarungen bei der Übertragung von Fußballspielen gegen Unionsrecht, insbesondere gegen die Dienstleistungsfreiheit.
Hintergrund für die Auseinandersetzung ist der Fall von Karen Murphy, die in ihrem Pub im südenglischen Southsea im Jahr 2007 Live-Übertragungen von Spielen der Premier League gezeigt hatte.
Dazu nutzte die Wirtin jedoch keine Gaststättenlizenz des britischen Pay-TV-Senders BSkyB, sondern importierte einen Satelliten-Decoder des Anbieters Nova, der seinerzeit die Übertragungsrechte für Premier-League-Spiele in Griechenland besaß. Dadurch sparte Murphy rund 6000 Euro (5200 britische Pfund) pro Jahr.
Nach Ansicht der Football Association Premier League FAPL, Vermarkter der englischen Premier-League-Spiele, ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht. Sollte die territoriale Exklusivität tatsächlich wegfallen, hat TV-Sender BSkyB bereits angekündigt, auf eine finanzielle Vertragsanpassung zu drängen. Billige Konkurrenz aus dem Ausland gefährde schließlich die Refinanzierung der immensen Rechtekosten.
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