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Offene Rechnung
Messi vor dem 100. Länderspiel: Gebe alles für den Titel

Fotos: Lionel Messi – Wunderkind, Weltfußballer, Rekordjäger
Fotos: Lionel Messi – Wunderkind, Weltfußballer, Rekordjäger FOTO: AFP
Südamerikas Giganten Argentinien und Brasilien spielen am Wochenende um ihr Weiterkommen bei der Copa America. Der eine mit einem Lionel Messi in Feierstimmung, der andere ohne den gereizten Neymar.

Bester Fußballer der Welt? Schon viermal abgehakt. Titel mit dem FC Barcelona? In dieser Saison alles geholt. Der ganz große Triumph mit Argentinien? Das ist die einzig offene Rechnung, die Lionel Messi aber bei der Copa America unbedingt begleichen will. "Ich würde alles geben, um in Chile Champion zu werden", sagt Argentiniens Superstar.

Am Samstag bestreitet der Dribbelkünstler des Triple-Gewinners FC Barcelona zum Gruppenfinale gegen Jamaika und dessen deutschen Trainer Winfried Schäfer sein 100. Länderspiel. Am kommenden Mittwoch feiert "La Pulga" (Floh) zum Start der K.o.-Phase beim südamerikanischen Kontinental-Cup seinen 28. Geburtstag. Doch die große Party soll erst beim Finale am 4. Juli steigen.

"Ich würde so gerne ein für allemal etwas für Argentinien erreichen", sagt Messi, der im himmelsblauen Seleccion-Trikot 2005 die U20-WM und 2008 Olympia-Gold gewann, aber in den Endspielen der Copa America 2007 und der WM im Vorjahr gegen Deutschland am Ende mit leeren Händen dastand. "Ich hätte es verdient", spricht er laut vor sich hin. Ein Titel, der ihn wohl endgültig auf eine Stufe mit seinem Landsmann Diego Maradona, Weltmeister 1986, hieven würde.

Argentinien schlägt Uruguay 1:0 FOTO: ap

Messi und Co. müssen sich am Samstag aber erst einmal als Gruppensieger oder -zweiter, vielleicht sogar über die Hintertür als einer der zwei besten Dritten aus den drei Gruppen, für das Viertelfinale qualifizieren. Die Ausgangslage: Argentinien hat vor dem Duell gegen das noch punktlose Jamaika vier Zähler auf dem Konto. Bei der Neuauflage des letzten Copa-Finales zwischen Paraguay (4) und Titelverteidiger Uruguay (3) kann sogar ein Großer auf der Strecke bleiben.

Am Sonntag muss dann Erzrivale Brasilien beweisen, was er ohne seinen nach dem Ausraster gegen Kolumbien gesperrten Superstar Neymar wert ist. Der Münchner Claudio Pizarro hat zum Abschluss des zweiten Spieltages mit seinem Siegtor (72.) beim 1:0 (0:0) gegen Venezuela in Valparaiso für ein Hitchcock-Finale gesorgt. Vor den abschließenden Gruppenspielen zwischen Brasilien und Venezuela sowie Kolumbien gegen Peru haben alle jeweils drei Punkte auf der Habenseite.

Neymars Platzverweis war sein erster in der Selecao. Messis Rot-Premiere kam viel schneller, gleich im Länderspiel-Debüt, als er am 17. August 2005 beim 2:1 gegen Ungarn nur 48 Sekunden nach seiner Einwechslung vom deutschen Schiedsrichter Markus Merk nach einer Tätlichkeit in die Kabine geschickt wurde. 98 Spiele später steht er bei 46 Toren und hat in der ewigen Rangliste der Gauchos nur noch Gabriel Batistuta (56) vor sich.

Messis Argentinier verspielen 2:0-Führung FOTO: ap, RM

Sein kongenialer Sturmpartner in Barcelona steht bei 44 Toren in 65 Auftritten im kanariengelben Trikot. Doch der letzte am Mittwoch beim 0:1 gegen Kolumbien mit dem Platzverweis nach Abpfiff wegen eines Kopfstoßes zeigte einen gereizten Neymar. Wie schon in den Tagen zuvor, als der Kapitän nach Pfiffen bei der Copa-Generalprobe gegen Honduras (1:0) das Heimpublikum in Porto Alegre beschimpfte oder einen Tag später ohne Angabe von Gründen die angekündigte Pressekonferenz schwänzte.

Zufall oder nicht, die spanische Justiz eröffnete nun gegen den 23-Jährigen wegen einer Vorabzahlung Barcelonas 2011 in Höhe von zehn Millionen Euro ein Verfahren, angestrengt von der Investorengruppe DIS, die sich von Neymar und dessen Vater ausgedribbelt fühlt, weil Angebote anderer Vereine wie Bayern München nicht mehr in Erwägung gezogen wurden.

DIS hielt damals 40 Prozent an den Transferrechten des Ex-Santos-Spielers, strich aus dem dubiosen Wechselgeschäft bislang nur sechs Millionen Euro ein und will vor Gericht rund weitere 30 Millionen erstreiten, weil der Wechsel 2013 insgesamt mit Einberechnung in Nebel-Verträgen versteckter Summen wohl ein Volumen von 86,2 Millionen Euro hatte.

Es herrscht Klärungsbedarf. Wie auch in den ausgeglichenen Copa-Gruppen, die aber simpel auf dem Platz bis Sonntag Gewinner und Verlierer ermitteln.

(sid)
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