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Ex-Bayern-Trainer wird 65
Louis van Gaal: "Ich war überall der Cäsar"

Das ist Louis van Gaal
Das ist Louis van Gaal FOTO: AP
Amsterdam. Amsterdam, Barcelona, München, Manchester: Louis van Gaal trainierte europaweit Spitzenteams. Bekannt wurde der Niederländer vor allem durch sein markantes Auftreten und kernigen Sprüche.

Nach seinem größten Erfolg mit dem FC Bayern München setzte Louis van Gaal zu seiner größten Rede beim deutschen Rekordmeister an. Vom Münchner Rathausbalkon schrie der Fußball-Trainer: "Wir sind die Besten von Deutschland. Und vielleicht - Europas!" Wild hüpfend und mit einem Mikrofon in der Hand wirbelte der nicht mehr zu bremsende Coach über den Balkon.

Gut sechs Jahre später hat sich für den Trainerroutinier van Gaal, der an diesem Montag 65 Jahre alt wird, nicht alles so positiv entwickelt wie jener Tag im Mai 2010. Der FC Bayern verlor das folgende Champions-League-Finale gegen Inter Mailand (0:2) und erfüllte van Gaals Traum nicht: Sein Team war nicht das beste Europas. Knapp ein Jahr später trennten sich die Münchner von dem sonderbaren Coach, der mit seinem Team wenige Spieltage vor dem Saisonende Gefahr lief, die Champions-League-Qualifikation zu verpassen.

Van Gaal bei Manchester United durch Mourinho ersetzt

Im Vorjahr kündigte van Gaal an, 2017 mit dem Ablauf seines Vertrags bei Manchester United seine Laufbahn zu beenden. Doch der englische  Rekordmeister schasste den "Tulpengeneral" bereits in diesem Sommer und ersetzte ihn durch José Mourinho.

Von seiner Freistellung erfuhr der Niederländer zwei Tage nach dem Titelgewinn im FA Cup, der für van Gaal der einzige mit den "Red Devils" war. Im Gedächtnis der United-Fans bleibt der Niederländer wohl am ehesten durch seine Schwalbe, zu der er sich in einem Liga-Spiel gegen den FC Arsenal hinreißen ließ. Van Gaal machte sich damit über den Londoner Stürmer Alexis Sanchez lustig, der seines Erachtens zu leicht fiel.

Seine größten Erfolge feierte der Trainer in seiner Heimat, bei Ajax Amsterdam in den 1990er Jahren: Drei Meistertitel, die Triumphe in der Champions League, im Weltpokal und im UEFA-Cup hievten van Gaal in den Status eines Welttrainers. Zum Ende seiner Karriere hin standen Realität und eigene Wahrnehmung aber in einem immer größeren Missverhältnis.

Niederländer machte sich nicht nur Freunde

Mit seinem besonderen Humor und Sprüchen ("Ich war überall der Cäsar" oder "Ich habe einen Körper wie ein Gott") machte sich van Gaal nicht nur Freunde. Auf die Frage, warum er schon lange vom FC Bayern geträumt habe, antwortete der in Amsterdam geborene Trainer während seiner Amtszeit beim Rekordmeister: "Der FC Bayern hat ja auch schon lange von mir geträumt."

Die Münchner sahen das nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Niederländer anders: "Das kann man sich nicht mehr mit anschauen", polterte der damalige FCB-Präsident Uli Hoeneß nach der Trennung.

Trainer von Oranje

Das Nationalteam der Niederlande betreute der ehemalige  Profi zweimal: Nachdem van Gaal die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea verpasst hatte, erhielt er über eine Dekade später eine zweite Chance und führt das Team als "Bondscoach" zur WM 2014 in Brasilien.

Den Titel als Weltmeister eroberte aber am Zuckerhut nicht sein "Oranje"-Team, sondern die deutsche Mannschaft. Eine Erklärung für den Erfolg Deutschlands lieferte der Trainer gleich mit; über deutsche Fußballer sagte er: "Ich mag die Mentalität. Das ist unglaublich. Sie sind noch fanatischer als ich."

(dpa)
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