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Nationaltrainer
Wilmots sieht belgisches Team als mögliches Terror-Ziel

Fotos: Wilmots tröstet Belgier nach Viertelfinal-Aus
Fotos: Wilmots tröstet Belgier nach Viertelfinal-Aus FOTO: dpa, hm
Trainer Marc Wilmots schätzt die Gefahr eines Terroranschlags auf Spiele der belgischen Nationalmannschaft als realistische Bedrohung ein.

"Die Nationalmannschaft von Belgien ist ein Vorbild für gelungene Integration, für ein Miteinander von Kulturen und Religionen, und wir sind im Moment die Nummer eins der Welt, also sehr erfolgreich mit unserer Idee vom Leben", sagte Wilmots im Interview mit dem Fachmagazin "kicker" (Montagausgabe).

Es wäre doch das Größte für diese Terroristen, wenn sie das angreifen könnten, bei einem Spiel live im Fernsehen, wenn sie Fans oder einen berühmten Spieler mit in den Tod reißen könnten. "Deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein", so Nationalcoach Wilmots.

Infos: Aus Angst vor Anschlägen abgesagte Sportereignisse

In der Folge der Anschläge von Paris mit 130 Toten hatten die belgischen Behörden für die Hauptstadtregion zwischenzeitlich die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Auch das Länderspiel zwischen dem Weltranglistenersten Belgien und Europameister Spanien wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. "Wir arbeiten sehr eng mit der Polizei und mit den Sicherheitsbehörden zusammen", sagte Wilmots.

Länderspiel-Absagen wie in Belgien oder in Deutschland beim geplanten Duell mit den Niederlanden seien "sehr schwierige Entscheidungen", denn: "Fußball soll für Freude stehen, nicht für Angst und Tod. Für ein einziges Spiel musst du sowieso nicht ins Risiko gehen. Aber: Wo ist die Grenze? Wie reagierst du, wenn es nicht bei einem Spiel bleibt? Was machen wir alle beim nächsten Mal? Es wird eine sehr schwierige Entscheidung bleiben", so der 46-Jährige.

Die Fifa-Weltrangliste FOTO: AP

Zweifel an der Sicherheit bei der EM 2016 in Frankreich will Wilmots indes aber nicht aufkommen lassen. "Die EM muss in Frankreich stattfinden. Wir haben vollstes Vertrauen in Frankreich, in die Polizei und die Behörden. Die werden ihre Arbeit tun und viel in die Sicherheit investieren", so der langjährige Schalker. Eine Gruppe von Verrückten dürfe nicht "das Leben von Millionen Menschen in Europa diktieren. Wir müssen weiterleben. Auch der Fußball".

(areh/sid)
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