| 16.21 Uhr

Neymar und der Domino-Effekt
Barcelona schaut sich nach Ersatz um – auch in Dortmund

Wer könnte Neymar bei Barcelona ersetzen?
Wer könnte Neymar bei Barcelona ersetzen? FOTO: dpa
München. Neymar spielt künftig für Paris St. Germain – und wer für den FC Barcelona? Der Wechsel des Brasilianers wird wohl Auswirkungen auf viele Vereine haben – nicht zuletzt auf Borussia Dortmund.

Peter Bosz behauptet, dass ihn das alles gar nicht interessiere. Der neue Trainer von Borussia Dortmund geht davon aus, dass er am Samstag beim Supercup gegen den FC Bayern und auch danach über Ousmane Dembélé verfügen kann. "Wenn ich mir Gedanken über alles mache, was passieren kann, dann schlafe ich schlecht. Das versuche ich nicht zu tun", sagte er am Donnerstag.

Doch Bosz wird womöglich bald schlecht schlafen, denn passieren könnte nun eine ganze Menge in ganz Europa: Der FC Barcelona hat durch den Wechsel von Neymar zu Paris St. Germain 222 Millionen Euro mehr auf seinem Konto, und es ist davon auszugehen, dass er zumindest Teile dieser Summe reinvestiert. Etwa in Dembélé, den die Katalanen schon länger begehren.

100 Millionen Euro für Dembélé?

In der kommenden Woche, berichten französische und spanische Medien, will Barcelonas Sportdirektor Robert Fernandez beim BVB vorstellig werden. Mitte Juni sollen die Katalanen 50 Millionen für Dembélé geboten haben, nun könnten die Dortmunder mal richtig Kasse machen. Vor einem Jahr hat der 20 Jahre alte Franzose 15 Millionen Euro Ablöse gekostet. Bringt er jetzt 100 Millionen?

Neymar und der Domino-Effekt: Dembélé könnte der erste Stein sein, der fällt. Und was macht dann Dortmund? Selbst nochmal nachlegen? Die Westfalen hätten neben einem Haufen Geld freilich auch das Problem, dass alle möglichen Transfers jetzt automatisch teurer würden. Von den 222 Millionen, die Barcelona nun hat, will jeder etwas abhaben. Direkt oder indirekt.

Doch nicht nur in Dortmund halten sich Verhandlungspartner bereit. Das Geld für Neymar könnte überall in Europa landen. Für die englischen Buchmacher ist klar: Der erste Anwärter auf die Nachfolge von Neymar bei Barcelona ist Philippe Coutinho vom FC Liverpool. Dessen Trainer Jürgen Klopp hat einen Verkauf des Brasilianers bisher aber ausgeschlossen, egal, wie viel für ihn geboten wird.

Die Preise werden in die Höhe schießen

Hinter Coutinho folgen bei den Buchmachern drei Spieler nahezu gleichauf: Angel Di Maria, Argentinier, einst bei Real Madrid unter Vertrag, danach bei Manchester United und derzeit bei – Paris St. Germain; Marco Verratti, derzeit ebenfalls Paris St. Germain; und Dembélé. Ausgehend von der Position, die Neymar bei Barcelona spielte, ist keiner dieser vier ein Eins-zu-eins-Ersatz.

Es gibt weitere Kandidaten. Paulo Dybala etwa. Der Angreifer von Juventus Turin ist Argentinier, Lionel Messi soll sich persönlich für ihn stark machen. Dann ist da Antoine Griezmann (Atletico Madrid), der Franzose, der wohl gut zum Stil von Barça passen würde. Und schließlich: Kylian Mbappé, der Teenager vom AS Monaco, den sie alle haben wollen, unter anderem Real Madrid.

Der ohnehin überhitzte Markt bekommt durch den Wechsel von Neymar jedenfalls noch einmal zusätzlichen Brennstoff. Die Preise werden in die Höhe schießen, glaubt etwa Jose Mourinho, der Teammanager von Manchester United, das im vergangenen Jahr 105 Millionen Euro für Paul Pogba bezahlte. "Wir werden jetzt mehr Spieler haben, die 80 Millionen oder 60 Millionen kosten. Und das ist das Problem. Das Problem ist nicht Neymar, es sind die Konsequenzen daraus", sagte er.

Für einen könnte Neymar aber schon zum Problem werden: Was passiert eigentlich mit Julian Draxler, jetzt, da auf seiner Position ein gewisser Neymar spielt?

(sid)
 
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