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"Problem ist nur verschoben"
Vorerst keine Sanktionen gegen Venlo

Venlo. Der niederländische Zweitligist steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Bis gestern sah es so aus, als würde VVV vom Verband eine Strafe drohen. Doch dann vermeldete der Verein, dass er dieses Szenario wohl noch abwenden kann. Von David Beinecke

Nach den Meldungen der vergangenen Tage, dass der niederländische Fußball-Zweitligist VVV Venlo in akuten finanziellen Schwierigkeiten steckt und Sanktionen durch den niederländischen Verband (KNVB) drohen, gab der Verein gestern Mittag vorsichtig Entwarnung. VVV teilte mit, dass er einerseits in Gesprächen mit dem Verband sei, andererseits mit der Stadt und Investoren, um eine kurzfristige Lösung des Problems herbeizuführen. Der KNVB habe gestern signalisiert, dass er von aktuellen Strafen gegen den Profiverein aus der Provinz Limburg absehen wolle.

"Die Kuh ist zwar erst einmal vom Eis, aber das Problem ist aktuell nur in die Zukunft verschoben. Die Sanktionen schweben immer noch über dem Verein", sagte ein VVV-Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion. Voraussetzung sei allerdings, dass die bis gestern 24 Uhr einzureichenden Unterlagen über das abgelaufene und die Prognosen für das kommende Jahr einer Überprüfung des Verbandes standhalten. Nach Angaben von VVV Venlo ist eine Finanzierungslücke von einigen hunderttausend Euro im Etat für die laufende Spielzeit das aktuelle Problem. Unter Geldmangel leidet der Klub allerdings schon länger, zugespitzt hat sich die Situation seit dem Abstieg aus der Ehrendivision im Jahr 2013. Hinzu kommt, dass VVV sich ein neues Stadion wünscht, um neue Vermarktungsmöglichkeiten zu schaffen, aber seitens der Stadt Venlo noch keine Entscheidung getroffen wurde, ob und in welchem Umfang es eine Unterstützung für den Profiverein geben kann. Dass sich der Verein durchaus des Ernstes der Lage bewusst ist, stellte er schon nach der vergangenen Saison unter Beweis, als er den Gesamtetat von 4,7 auf 3,5 Millionen senkte und in diesem Zuge die Ausgaben für die Profis von 2,1 auf 1,1 Millionen Euro reduzierte. Weiterhin wurde ein sogenannter Spielerinvestionsfond ins Leben gerufen, bei dem Partner 70 Prozent an den Transferrechten der gesamten Mannschaft erwerben konnten. Dieses Modell hat so gut funktioniert, dass der Verlust von einer Million Euro aus der Vorsaison nach Angaben des Vereins ausgeglichen werden konnte. Dass die finanzielle Notlage Ende der vergangenen Wochen kurzfristig so groß wurde, dass sich VVV mit einem Hilferufe an die Stadt Venlo wandte, lag daran, dass der Steuerberater des Vereins mit Blick auf den gestrigen Abgabetermin beim Verband das Finanzierungsmodell bis Saisonende beanstandete. Die Stadt jedenfalls lies schnell wissen, dass sie nicht als kurzfristiger Retter einspringen könne. "Den Beschluss über Hilfen trifft der Stadtrat und nicht die Verwaltungsspitze", sagte der zuständige Beigeordnete Stephan Satijn und ergänzte: "Wir müssen prüfen, ob strukturelle Hilfen möglich sind."

Dass werden die Verantwortlichen von VVV Venlo mit Präsident Hai Berden an der Spitze gerne hören. Denn sie warten schon länger auf die Ergebnisse einer von der Stadt Anfang des Jahres ins Leben gerufenen Kommission, die erarbeiten sollte, wie wichtig ein Profifußballverein für Venlo ist. Basierend auf den Ergebnissen soll zum Beispiel darüber eine Entscheidung getroffen werden, ob die Stadt Venlo den Verein beim Bau oder Umbau eines modernen Stadions unterstützt.

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