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Vito van Crooy verlängert
VVV bleibt in De Koel – Stadion wird um- und neugebaut

Venlo. Am Dienstagabend präsentierte VVV-Venlo seine Zukunftsvision für die kommenden Jahre der Öffentlichkeit. Wichtigste Inhalte dabei sind die strategische Ausrichtung des Clubs, die sportliche Perspektive, sowie die Frage rund um die Heimspielstätte des VVV-Venlo.

VVV-Präsident Hai Berden und Geschäftsführer Marco Bogers präsentierten das Zukunftskonzept "De Trap Omhoog", übersetzt "Die Treppe hinauf".  Nach intensiven Wochen, in denen mit diversen wichtigen Vertretern aus dem Umfeld des Clubs (Sponsoren, Fans, Unternehmern, etc.) gesprochen wurde, ist nun ein erstes Dokument entstanden, auf dem aufbauend ab Januar 2017 in ausgewählten Arbeitsgruppen die zentralen Punkte des Konzeptes konkret ausgearbeitet und angegangen werden. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der Kernthemen.

Strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre

VVV-Venlo möchte langfristig ein stabiler Club im Mittelfeld des niederländischen Profifußballs sein. Dies soll künftig noch stärker als Club der Region, nicht nur der Stadt erfolgen. Ein Umkreis von 40 Kilometer rund um die Stadt, natürlich auch auf der deutschen Seite der Grenze, soll durch soziale Projekte, Sponsoren- und Fangewinnung noch stärker an VVV-Venlo gebunden werden. Dafür wurde der bisher dreiköpfige Vorstand bestehend aus Hai Berden, Roel Wienen und Ger Bindels um zwei weitere Personen ausgeweitet. Der aus der Politik stammende Ramon Testroote und Hotelmanager Walter Gutterswijk ergänzen dieses Gremium von nun an. Dank einer klaren Sparpolitik und steigenden Einnahmen kann VVV-Venlo zudem Anfang des neuen Jahres die finanzielle Gefahrenzone des niederländischen Profifußball-Lizensierungssystems nach knapp drei Jahren verlassen und auf eine finanziell sorgenfreie Zukunft mit trotz der schwierigen letzten Jahre noch immer positivem Eigenkapital blicken.

Stadion-Situation

Der Titel des Zukunftsvisions-Konzeptes, die Treppe hinauf, steht sinnbildlich für die Entscheidung in der Stadionfrage. Die legendäre Spieler-Treppe, die längste im europäischen Profifußball, bleibt erhalten. VVV-Venlo hat sich zu seinem aktuellen Standort bekannt und Pläne für einen Stadion-Neubau vorerst bei Seite geschoben. Das Seacon Stadion - De Koel wird in Phasen umgebaut. In einem ersten Schritt werden die Arbeiten verrichtet, die laut niederländischem Verband KNVB notwendig sind um die Lizensierungsvoraussetzungen zu erfüllen. Anschließend wird Aus- und Umbau in Angriff genommen, die eine multifunktionale Nutzbarkeit des Stadion ermöglichen soll. Für diese zweite Phase ist allerdings eine Einigung mit der lokalen Politik von Nöten, da VVV-Venlo erst mit einem Umbau und dementsprechend erheblichen finanziellen Aufwendungen beginnen möchte, sobald das aktuell noch der Stadt gehörende Grundstück in seinen Besitz übergeht, bzw. die Erbpacht für das Gelände über Jahrzehnte ausgeweitet wird. Eine bereits ins Leben gerufene Stadionkommission wird in den nächsten Monaten an konkreten Plänen für Phase eins und zwei arbeiten. Ein zentraler Aspekt der Umbaumaßnahmen sollen die Wünsche der Fans und Sponsoren werden. Ein Stadionbesuch muss für die Zuschauer künftig viel mehr zu einem Erlebnis werden. Als Vorbild hierfür will VVV-Venlo sich an zahlreichen deutschen Stadien orientieren, die mit Fanzonen rund um das Stadion bereits Stunden vor dem Anpfiff für Stimmung und Erlebnisse sorgen. Auch die Stimmung bei Heimspielen soll durch die geplanten Maßnahmen künftig verbessert werden.

Sportliche Perspektive

Das Ziel für diese Saison lautet klar den Aufstieg in die Ehrendivison zu bewerkstelligen. Langfristig möchte sich VVV-Venlo in der Ehrendivison etablieren, muss allerdings realistisch sein und auf Jahre gesehen, auch eventuelle Abstiege einkalkulieren. Kern der sportlichen Perspektive soll weiterhin die fruchtbare Jugendarbeit des Vereins sein. Jedes Jahr strömen fünf Eigengewächse in den Kader der Grenzstädter und jüngst wurde Talent Vito van Crooy zum ersten Mal für die U21-Nationalmannschaft der Niederlande nominiert. In den letzten Monaten meldeten diverse Ehrendivisions-Clubs Interesse an van Crooy an, doch VVV-Venlo konnte gestern Abend stolz die Vertragsverlängerung mit seinem größten Talent verkünden. Der 20-jährige verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um drei Jahre bis 2019 und gab damit ein klares Bekenntnis zu VVV-Venlo ab. Neben Vito van Crooy gehören mit seinem Bruder und seit kurzem auch Stamm-Torhüter Delano van Crooy, Roel Janssen und Evren Korkmaz aktuell fünf Eigengewächse zum erweiterten Stammpersonal. Sechs weitere Talente aus der eigenen Jugendakademie gehören ebenfalls zum Kader der ersten Mannschaft. Zudem ist das Nachwuchsleistungszentrum des VVV-Venlo, dass der Club seit dieser Saison wieder vollkommen eigenständig und ohne den ehemaligen Kooperationspartner Helmond Sport betreibt, hinter den großen Jugendakademien der niederländischen Top-Clubs mit dem nationalen Status ausgezeichnet und gilt damit als eine der landesweiten besten Jugendabteilungen. Nicht zuletzt auch wegen der grenzüberschreitenden Arbeit, aktuell befinden sich knapp 20 deutsche Talente in den diversen VVV-Jugendteams.

Heimspiel am Freitag

Am kommenden Freitag (20 Uhr) empfängt VVV-Venlo den aktuellen Tabellensiebzehnten FC Dordrecht in seiner aktuellen und auch künftigen Heimspielstätte, dem Seacon Stadion - De Koel. Die Gäste um den ehemaligen VVVer Ricky van Haaren, verloren zuletzt drei Ligaduelle in Folge und laufen den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Für Venlos Trainer Maurice Steijn geht es um den dritten Sieg in Folge und die Tatsache, den direkten Aufstiegsplatz zu verteidigen: "Aktuell ist es oben noch sehr eng beieinander. Mit einer kleinen Siegesserie könnten wir uns einen Vorteil verschaffen. Man muss tierisch aufpassen, hätten wir Montag nicht bei Ajax gewonnen, wären wir nicht da wo wir jetzt sind, sondern auf einmal fünfter oder sechster."

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