Real Madrid: Schuster: Getafe stellt sich quer
zuletzt aktualisiert: 28.06.2007 - 17:39Madrid (RPO). Real Madrid hat sich am Donnerstag von Meistercoach Fabio Capello getrennt. Der frühere deutsche Nationalspieler Bernd Schuster soll die "Königlichen" übernehmen, doch sein Arbeitgeber FC Getafe will den "blonden Engel" nicht ziehen lassen.
Schuster, mit den "Königlichen" bereits als Spieler Meister, steht nach spanischen Medienberichten bereits als zweiter deutscher Real-Coach nach Jupp Heynckes und Capello-Nachfolger fest. Der bis 2008 laufende Vertrag mit Schusters derzeitigen Klub FC Getafe soll bereits aufgelöst und eine Abfindung von 400.000 Euro geflossen sein, wie spanische Medien berichten.
Später meldeten TV- - und Radiosender sowie Internet-Dienste außerdem übereinstimmend, dass Getafe den dänischen Ex-Star Michael Laudrup als neuen Coach unter Vertrag genommen hätte.
Getafe widersprach dieser Darstellung allerdings am Nachmittag. "Wir versichern, dass es mit keinem Klub eine Vereinbarung über unseren Trainer gibt. Anderslautende Meldungen entsprechen nicht der Wahrheit. Schuster hat bei uns einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008", erklärte der Klub auf seiner Webseite.
Capello "nicht der richtige Mann für die Zukunft"
Zuvor war bei Real aber die Ablösung Capellos beschlossen worden. "Wir haben uns dazu entschieden, in der kommenden Saison nicht mit Fabio Capello weiterzumachen. Es war eine schwierige, aber einstimmige Entscheidung. Wir glauben nicht, das Fabio Capello der richtige Mann ist, um Real in die Zukunft zu führen und die Ziele des Klubs zu verwirklichen", erklärte Mijatovic im Anschluss an die Vorstandssitzung und fügte hinzu: "Wegen der Geschichte unseres Klubs müssen wir mehr anbieten als das, was wir in der vergangenen Saison gezeigt haben. Wir brauchen mehr, damit unsere Fans den Fußball wieder genießen können."
Für die Entscheidung in der Nachfolge-Frage will man bei den "Königlichen", bei denen ab der kommenden Saison der deutsche Nationalspieler Christoph Metzelder spielt, offensichtlich nichts übereilen. "Jetzt haben wir die Zeit, über den nächsten Coach nachzudenken. Viele Trainer wollen diese Mannschaft übernehmen, wir werden keine Probleme haben, den geeigneten Mannzu zu finden. Schuster wäre ein idealer Trainer, er hat aber noch einen Vertrag in Getafe. Er ist einer der Kandidaten", sagte Mijatovic, der unter Heynckes 1998 die Champions League gewann und auch das entscheidende Tor im Finale erzielte.
Für die Medien sind die Würfel allerdings zugunsten von Schuster bereits gefallen, andere genannte Kandidaten wie Arsene Wenger oder der dänische Ex-Star Michael Laudrup seien kein Thema mehr. "Der Weg ist frei für Schuster", schrieb AS unter anderem. Der 47-jährige gebürtige Augsburger verfügt auf der iberischen Halbinsel über beste Referenzen. Als Spieler wurde der Europameister von 1980 zweimal mit Madrid und einmal mit dem Erzrivalen FC Barcelona Meister.
Bei Fortuna Köln fing alles an
Seine Trainerkarriere begann er bei Fortuna Köln, ein Jahr später wechselte er zu seinem einstigen Klub 1. FC Köln. Beim FC Getafe schaffte der einstige Kölner und Leverkusener Mittelfeldstar in der laufenden Saison den Durchbruch und erreichte unter anderem mit einem 4:0 im Halbfinalrückspiel gegen Barcelona das spanische Pokalfinale gegen UEFA-Cup-Sieger FC Sevilla (0:1).
Bei Real würde Schuster auf einen Schleudersitz steigen, der Erfolgscoach Fabio Capello groteskerweise bereits zum zweiten Mal trotz des Meistertitels zum Verhängnis geworden ist. "Wir haben einen wichtigen Schritt mit der Meisterschaft gemacht und einen Grundstein gelegt. Aber wir müssen eine enthusiastischere Spielweise finden", wurde Real-Boss Ramon Calderon zitiert. Calderon hatte Capello zu seinem Amtsantritt verpflichtet, dann aber ständig die ergebnisorientierte Spielweise kritisiert.
Der 61-Jährige Capello weilt zur Zeit im Urlaub in Tibet. Im Zuge der Spekulationen über seine Entlassung hatte Capello bereits Unnachgiebigkeit angedeutet: "Wenn sie mich feuern, müssen sie aber wissen, dass sie mich bis auf den letzten Cent bezahlen müssen." Laut Tele Madrid soll Capello eine Abfindung von 6,2 Millionen Euro erhalten. Der Vertrag des Italieners war bis 2009 datiert.
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