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Blatter fehlt bei Weltfußballer-Gala
Fifa streicht Präsidenten-Preis aus dem Programm

Fifa-Skandal: Das sagt Sepp Blatter zum Urteil
Fifa-Skandal: Das sagt Sepp Blatter zum Urteil FOTO: ap
Zürich. Wegen der Sperre von Joseph S. Blatter (Schweiz) fällt bei der "Ballon d Or"-Gala des Fußball-Weltwerbandes Fifa am Montag in Zürich die Vergabe des Präsidenten-Preises aus.

Die Fifa bestätigte am Donnerstag Informationen des Fachmagazins "kicker" über die Streichung der Auszeichnung aus dem Programm. Auf ihrer Homepage allerdings stellte die Fifa bis Donnerstagmittag die Auszeichung für besondere Verdienste im Fußball noch als Bestandteil der Gala dar.

"Weil die Fifa sich in einer Übergangsphase befindet, ist entschieden worden, den Preis des Präsidenten bei dieser Gala auszusetzen", ließ ein Fifa-Sprecher verlauten. Warum Fifa-Interimschef Issa Hayatou (Kamerun) den Preis nicht übergeben kann, blieb offen.

Die Streichung des Preises von der Liste der Auszeichnugen kommt allerdings auch einer indirekten Bestätigung von Blatters mehrfach geäußerten Selbstverständnis als unverändert im Amt befindlicher Fifa-Präsident gleich. Der 79-Jährige war kurz vor Weihnachten wegen einer dubiosen Millionen-Zahlung an seinen französischen Kollegen Michel Platinin vom Europa-Verband Uefa bis 2023 gesperrt worden. Das Präsidenten-Amt wird seit Blatters Suspendierung vor drei Monaten interimsweise von Hayatou geführt. Für den 26. Februar ist in Zürich die Wahl eines neuen Fifa-Chefs geplant.

Ohne den Präsidenten-Preis, den seit der Einführung 2001 stets Blatter kraft seines 1998 angetretenen Amtes verliehen hat, stehen am Montag noch die Auszeichnungen für den Weltfußballer und die Weltfußballerin des Jahres, den Trainer und die Trainerin des Jahres sowie für das schönste Tor 2015 und Fair-Play auf dem Programm. Außerdem werden die Mitglieder der "Elf des Jahres" gekürt. Zu den Trägern des Präsidenten-Preises gehörten in der Vergangenheit auch Franz Beckenbauer oder Brasiliens Ikone Pele. Im vergangenen Jahr zeichnete Blatter einen japanischen Journalisten mit der Ehrung aus.

Ex-Frau gibt Blatter fragwürdige Rückendeckung

Unterdessen erhielt Blatter moralisch fragwürdige Rückendeckung von seiner früheren Ehefrau Graziella. "Wenn man Sepp acht Jahre Sperre gibt für etwas, von dem nicht mal erwiesen ist, dass er einen Fehler gemacht hat, dann müsste man ihm doch 20 Jahre Bonus geben für all das, was er Gutes für den Fußball getan hat", sagte die 53-Jährige der Schweizer Zeitung "Blick".

In der Fortführung ihres Gedankengangs kommt Blatters Ex zu einer erstaunlichen Schlussfolgerung: "20 minus acht Jahre – er sollte jetzt noch zwölf Jahre im Amt bleiben dürfen. Eigentlich hätte er noch mehr Jahre verdient, aber zwölf sind angesichts des fortgeschrittenen Alters realistisch."

Graziella und Joseph S. Blatter heirateten 2002, trennten sich 2003 und wurden 2004 geschieden: "Ich habe erlebt, was er alles für seinen Job gegeben hat. Die Fifa wird Mühe haben, jemanden zu finden, der so viel leistet. Und die Schweiz sollte ihm dankbar sein", erklärte die frühere Ehefrau, die laut Blick vor der Ehe als Delfin-Trainerin im Schweizer Freizeitpark Connyland arbeitete: "Korruption werden auch die Amerikaner nicht aus dieser Welt löschen. Es ist leider Alltag in vielen Ländern dieser Welt. Wobei ich persönlich ausdrücklich nicht glaube, dass Sepp korrupt ist."

(seeg/sid)
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