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Brodkins Streiche haben Tradition
Der Mann, der Blatter blamierte

Komiker wirft Geldscheine auf Sepp Blatter
Komiker wirft Geldscheine auf Sepp Blatter FOTO: afp, fc/ab
Simon Brodkin stellte Fifa-Präsident Sepp Blatter bloß und bewarf ihn mit Geldscheinen. Der britische Komiker ist in seiner Heimat bekannt für seine kreativen Streiche. Blatter war dabei nur ein weiteres Opfer des Comedians.

Sepp Blatter staunte nicht schlecht, als Brodkin in Form seiner Kunstfigur Jason Bent vor ihm stand, bewaffnet mit einem Bündel Geldscheinen in der Hand. Wahrscheinlich ahnte der Fifa-Präsident das hier vor seinen Augen nichts Gutes passieren würde. Genervt rief er um Hilfe: "Security, where is my Security? Come on!"

Doch Brodkin ließ sich davon nicht irritieren. Er blieb cool und schmiss das Bündel über den irritierten Blatter, der sich vor den Geldscheinen zu fürchten schien. Die Bilder, die nach dieser Aktion entstanden, haben das Zeug dazu, sich in das kollektive Gedächtnis einzubrennen. Sepp Blatter blamiert von einem Komiker aus Großbritannien.

Kurz darauf wurde Brodkin von Security-Mitarbeitern abgeführt und auf ein Revier gebracht. Auf Twitter schrieb Brodkin später ganz in der Rolle des fiktiven Fußballers Jason Bent, die Aktion habe der Absicht gedient, die WM 2026 in Nordkorea zu sichern.

Mit Festnahmen kennt sich der Mann bestens aus. Denn die Blatter-Aktion war nicht Brodkins erster Streich. Der Brite ist im Königreich eine Hausnummer und bekannt für seine "Pranks", zu deutsch etwa Streiche. In seiner Rolle als Jason Bent entwischte er im vergangenen Jahr den Ordnern beim Premier-League-Spiel Manchester City gegen FC Everton und wärmte sich im ManCity-Trikot zwischen den anderen Spielern auf. Auch hier endete der Streich auf dem Polizeirevier.

Stadionverbot für Jason Bent

Als Folge des Streichs musste Brodkin sogar vor Gericht. Es blieb bei einer Verwarnung und einem Stadionverbot bis Saisonende. Anschließend gab er im Mario-Balotelli-Stil ein Interview und präsentierte ein T-Shirt mit der Aufschrift "Why always Bent?" Der damalige Manchester-City-Stümer Balotelli hatte 2012 nach einem Treffer und als Konsequenz vieler Skandale ein T-Shirt mit "Why always me?" gezeigt – warum immer ich?

Ebenfalls in der Rolle des Jason Bent versuchte der Komiker an Bord des Flugzeugs der englischen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu gelangen. Im Anzug stellte er sich neben Wayne Rooney und Co. Allerdings endete auch diese Aktion bei der Polizei. Der Aufmerksamkeit um seine Person und seine Charaktere schadete dies sicherlich nicht.

 

Kanye West was not amused

Seine Krawall-Aktionen sind allerdings nicht nur auf Sport-Events beschränkt. Erst vor Kurzem wurde Rap-Superstar Kanye West eines der jüngsten Opfer von Brodkins Streichen.

 

Beim Glastonbury Festival im Juni in stürmte Brodkin als sein Alter Ego Lee Nelson auf die Bühne und unterbrach somit die Show des US-Amerikaners. Der war von dieser Aktion gar nicht angetan und startete seinen Song von Neuem. Später schrieb Nelson aka Brodkin auf Twitter: "Das war für dich Taylor Swift". West hatte 2009 die Preisübergabe bei den MTV-Movie Awards an Swift auf peinliche Art und Weise gestört und für einen handfesten Skandal gesorgt.

Es ist davon auszugehen, dass West und Blatter nicht die letzten waren, auf deren Kosten sich Brodkin einen Scherz erlaubt. Promis, nehmt euch in Acht.

(ems)
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