| 21.59 Uhr

Entscheidung der EU-Kommission
Spanische Fußballklubs müssen Millionen zurückzahlen

48 Millionen Euro: Spanische Klubs müssen illegale Beihilfen zurückzahlen
Die EU-Kommission verdonnert sieben spanische Klubs zur Rückzahlung von Beihilfen. Unter anderem auch den FC Barcelona. FOTO: dpa, apc gh
Brüssel. Bürgschaften für wirtschaftlich angeschlagene Fußballvereine, ein Grundstücksdeal mit Real Madrid, Steuervorteile: Die EU-Kommission hält Hilfen für den spanischen Fußball für illegal. Niederländische Klubs hingegen haben alles richtig gemacht.

Sieben spanische Fußballklubs müssen dem Staat illegale Hilfen in Höhe von zusammen mindestens 48 Millionen Euro zurückzahlen. Das hat die EU-Kommission in einem Prüfverfahren entschieden und am Montag mitgeteilt. Die Beihilfen für den FC Barcelona, Real Madrid, Valencia, Athletic Bilbao, Atlético Osasuna, Elche und Hercules verstießen gegen EU-Recht und hätten den Vereinen einen unfairen Vorteil verschafft, entschied die Kommission. Deshalb müsse Spanien die Hilfen nunmehr zurückfordern.

Valencia soll 20,4 Millionen Euro zahlen

Mit 20,4 Millionen Euro soll der Klub in Valencia den größten Brocken zurückgeben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter beanstandeten Bürgschaften des staatseigenen Instituto Valenciano de Finanzas. Dank derer kamen die Vereine Valencia, Hercules und Elche trotz finanzieller Probleme an Darlehen. Hercules soll deshalb 6,1 und Elche 3,7 Millionen Euro zurückerstatten.

Der FC Valencia teilte in einer ersten Reaktion mit, die Entscheidung der EU-Kommission über mutmaßlich illegale Staatshilfen für den Klub sei noch nicht endgültig. Man behalte sich aber das Recht vor, bei Vorliegen eines endgültigen Urteils und nach einer eingehenden Prüfung Einspruch beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg einzulegen, heißt es in einem Kommunique. Der Klub aus dem Osten Spaniens weist darauf hin, dass die Entscheidung der Kommission zwar den Medien, bisher aber nicht dem Verein mitgeteilt worden sei.

Bei Real Madrid geht es um einen Grundstückstausch mit der Stadt Madrid, aus dem der Verein den Prüfern zufolge einen Vorteil von 18,4 Millionen Euro zog. "Damit wurde Real Madrid ein ungerechtfertigter Vorteil gegenüber anderen Vereinen zuteil, den der Klub jetzt zurückzahlen muss", erklärte die Behörde. 

Die Königlichen wollen gegen den Entscheid juristisch vorgehen. "Es überrascht, dass die Europäische Kommission für diese Entscheidung die Dienste eines Architekturbüros aus Barcelona in Anspruch genommen hat, das generell nur über wenig Erfahrung in vergleichbaren Gutachten verfügt und fast über gar keine in der Stadt Madrid", teilte der Klub am Abend mit. Man sei zuversichtlich, dass der Entscheid zurückgenommen werde.

Zudem habe der spanische Rekordmeister Real Madrid wie der FC Barcelona, Athletic Bilbao und Atlético Osasuna von 1990 bis 2015 von Steuervorteilen profitiert. Die vier Vereine seien als "Organisationen ohne Erwerbszweck" eingestuft worden, weshalb ihre Gewinne um fünf Prozent niedriger besteuert wurden als die einer GmbH. Den genauen Betrag - zwischen null und fünf Millionen Euro pro Verein - müsse jetzt der spanische Staat bestimmen.

"Profifußball ist eine Wirtschaftstätigkeit, bei der beträchtliche Summen im Spiel sind, und die staatliche Unterstützung muss mit den Regeln eines fairen Wettbewerbs vereinbar sein", betonte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager laut Mitteilung. "Das war bei den hier untersuchten Subventionen nicht der Fall."

Hingegen genehmigte die Kommission mehrere Beihilfen für niederländische Fußballclubs. Die finanzielle Unterstützung für die Klubs FC Den Bosch, MVV Maastricht, NEC Nijmegen und Willem II aus Tilburg sei korrekt gewesen, weil sie mit einem realistischen Plan zur Umstrukturierung der Vereine verbunden gewesen sei. Ein Grundstücksgeschäft zwischen der Stadt und dem PCV Eindhoven habe Marktbedingungen entsprochen und sei deshalb auch in Ordnung.

Vergleichbare Untersuchungen bei anderen Fußballklubs führe die Kommission derzeit nicht, sagte Behördensprecher Ricardo Cardoso.

(dpa)
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