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Titel-Dreikampf in Spanien
Simeone fliegt bei Atletico-Sieg

Atletico Madrid: Diego Simeone fliegt und siegt
Atletico-Trainer Diego Simeone sorgte für einen Eklat. FOTO: dpa, cb hm
Madrid/Köln. Der Dreikampf um den Titel in der Primera División bleibt spannend. Die Schwergewichte FC Barcelona, Atlético Madrid und Real Madrid feierten am Wochenende Siege - für einen Eklat sorgte dabei der kommende Bayern-Gegner Atlético.

Für den Titel-Traum scheint Atlético Madrid jedes Mittel recht. Ein skandalöser Ballwurf und die anschließende Tribünenstrafe für Trainer Diego Simeone überschatteten am Samstag Atléticos 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den FC Málaga, mit dem der Champions-League-Halbfinalgegner von Bayern München die Spannung im Dreikampf an der Spitze der spanischen Primera División aufrecht hielt. Drei Spieltage vor Saisonende ist das Rennen um die Meisterschaft offen wie selten - denn auch Tabellenführer FC Barcelona und Atléticos Stadtrivale Real Madrid feierten am Wochenende Siege.

Für den größten Aufreger sorgte jedoch zweifellos Atlético, vier Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern kam es zum Eklat: Bei einem Gäste-Konter flog aus Richtung der Atlético-Bank plötzlich ein zweiter Ball auf das Spielfeld im Estadio Vicente Calderón und ließ den Angriff der irritierten Andalusier verpuffen. Eine Minute später war die erste Halbzeit beendet - und Simeones Arbeitstag an der Seitenlinie ebenfalls.

Da der Urheber der groben Unsportlichkeit nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte, musste Simeone als Verantwortlicher die Konsequenzen tragen und wurde auf die Tribüne verwiesen. Dort durfte er zumindest Angel Correas Siegtreffer (62.) bejubeln.

"Der Schiedsrichter hat richtig gehandelt und sich an die Vorschriften gehalten", sagte Simeone und beschuldigte einen Balljungen. TV-Bilder scheinen den Argentinier zu entlasten, der skandalbehaftete 45-Jährige warf wohl tatsächlich nicht selbst. Allerdings spekulieren spanische Medien, Simeone hätte den Balljungen zur Unfairness angestiftet. Unabhängig davon drohen dem Starcoach eine Geldstrafe sowie eine Sperre von drei Spielen. Im Kampf um die Meisterschaft könnte dies ein entscheidender Nachteil sein.

Allen voran der punktgleiche Spitzenreiter FC Barcelona (beide 82 Zähler) bereitet Atlético Sorgen, der Champions-League-Sieger beendete seine Krise endgültig. Angeführt von Vierfachtorschütze Luis Suárez besiegten die Katalanen Sporting Gijon mit 6:0 (1:0).

Nach dem Führungstreffer von Weltfußballer Lionel Messi (12.) traf Suarez zweimal aus dem Spiel heraus (63./88.) und verwandelte zudem zwei Elfmeter (74./77.). Mit 34 Saisontoren führt der Uruguayer, der schon beim 8:0 bei Deportivo La Coruna viermal getroffen hatte, die Torschützenliste nun klar vor Cristiano Ronaldo (31) an. Gegen Sporting, bei dem Ognjen Vranjes (84.) mit Gelb-Rot vom Feld musste, traf zudem Neymar (85.) ebenfalls per Strafstoß.

Real Madrid hatte zuvor ohne den verletzten Superstar Cristiano Ronaldo nur mit Mühe einen vorentscheidenden Rückschlag verhindert. Dank Doppeltorschütze Gareth Bale und mit Weltmeister Toni Kroos in der Startelf setzten sich die Königlichen im "kleinen" Stadtderby bei Rayo Vallecano nach 0:2-Rückstand noch 3:2 (1:2) durch und bleiben Dritter (81 Punkte).

Adrian Embarba (7.) und Miku (14.) erwischten Real, bei denen Ronaldo wegen einer leichten Muskelblessur aussetzte, kalt. Bale (35.) gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer. Für den Weltrekord-Einkauf aus Wales war es im 118. Pflichtspiel im Real-Trikot der 100. Scorerpunkt. Lucas Vazquez (52.) glich nach der Pause aus, Bale (81.) drehte das Spiel mit seinem 18. Saisontor dann endgültig. Real feierte damit auch eine gelungene Generalprobe für das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League am Dienstag bei Manchester City.

(sid)
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