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Cristiano Ronaldo Real Madrid 2011 dapd
  Foto: dapd
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1:3 im Clasico: Barca-Komplex macht Real zu schaffen

zuletzt aktualisiert: 11.12.2011 - 18:10

Der FC Barcelona hat nicht vor, den Thron für die Königlichen zu räumen. Beim 3:1 (1:1) im 248. Clasico führte der Meister und Champions-League-Sieger Real Madrid und seinen Trainer Jose Mourinho wieder einmal an der Nase herum. Doch der Portugiese nahm es diesmal erstaunlich gelassen hin.

Etwa zwei Stunden nach dem grandiosen Triumph im spektakulären Clasico wurde der FC Barcelona doch noch unangenehm überrascht. Eine geheimnisvolle, unbekannte Frau hatte sich auf der Bordtoilette des Charterfliegers zur Klub-WM nach Japan versteckt. Der Start verzögerte sich. Sicherheitslücken am Flughafen, auffällig wie zuvor beim 3:1 (1:1) von Barca in der Defensive von Real Madrid.

Dabei waren die Königlichen im ehrwürdigen Estadio Santiago Bernabeu erstmals seit längerer Zeit als Favorit angetreten. Nach 15 Pflichtspielsiegen in Folge wurden der Mannschaft des exzentrischen Trainers Jose Mourinho ausgezeichnete Chancen eingeräumt, den Barca-Komplex zu beenden. Die Katalanen hatten den größeren Druck, bei einer Niederlage drohte ein Rückstand von sechs Punkten.

Doch weit gefehlt. Der Alptraum für Real ging unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw weiter. "Unsere Serie ist auf sehr traurige Art und Weise gerissen. Jetzt müssen wir wieder aufstehen", sagte Torhüter Iker Casillas. Seit Mai 2008 hat Madrid den großen Rivalen in der Meisterschaft nicht mehr besiegt. "Eine weitere Vorführung", urteilte El Mundo Deportivo. "Der Komplex frisst die Mannschaft und den Trainer teilweise auf", erkannte die Madrider Sporttageszeitung AS. Und zudem ist es praktisch ein Naturgesetz, dass eine Heimpleite im Clasico die Meisterschaft kostet.

Mourinho sieht Niederlage entspannt

Mourinho reagierte dennoch erstaunlich entspannt auf die nächste Demütigung. Keine Wutausbrüche oder Verbalattacken. Regelrecht zurückhaltend und vor allem überraschend zuversichtlich wertete der Portugiese das Spiel, weil seine Mannschaft weiter einen Vorteil hat. "Wir sind nach Punkten gleichauf, und wir haben noch ein Spiel weniger", sagte er: "Wenn wir in Sevilla nicht verlieren, gehen wir als Spitzenreiter in die Weihnachtsferien".

Auch auf dem Rasen wurde es nur ganz selten hoch emotional. Keine Platzverweise oder wilde Rangeleien wie in der Vergangenheit, alles blieb im Rahmen. Deshalb stand der außergewöhnliche Fußball, den Barca nach einer wackeligen Anfangsphase demonstrierte, im Mittelpunkt. "Absolute Macht von Barca", meinte El Mundo. "Man muss einfach stolz sein auf diese Mannschaft, auf diesen Trainer und auf die Leistung. Es ist immer eine Freude, Präsident dieses Klubs zu sein, aber heute noch ein bisschen mehr", sagte Vorstandschef Sandro Rosell euphorisch.

Nur Nebenrollen hatten die deutschen Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira inne, die von Löw vor Ort beobachtet wurden. Özil bereitete zwar den Treffer von Karim Benzema nach 22 Sekunden vor, war aber ansonsten unauffällig und wurde nach einer knappen Stunde vom Feld genommen. "Ich hatte mir erhofft, dass Özil eine tolle Leistung bringt", kommentierte Mourinho den Auftritt seiner Nummer 10. Khedira wurde in der 63. Minute eingewechselt, aber auch er konnte die Granatblauen nicht stoppen.

"Wir haben alles in der Hand"

"Wir schauen trotz der Niederlage selbstbewusst nach vorne. Wir sind jetzt zwar punktgleich mit Barca, haben aber ein Spiel weniger. Wenn wir in Sevilla gewinnen, gehen wir als Tabellenführer in die Winterpause. Wir haben weiter alles in der Hand", sagte Özil dem kicker und blickte optimistisch in die Zukunft: "Die Hinrunde lief insgesamt aber gut. Wir haben in der Champions League jedes Spiel gewonnen, hatten zuletzt 15 Pflichtspielsiege in Folge. Trainer Jose Mourinho hat uns deutlich weiterentwickelt. Wir werden in der Rückrunde zu 100 Prozent da sein, in allen Wettbewerben. Und dann geht es um die Titel."

Gegen Barca lief allerdings wenig nach Plan. Den Blitzstart Reals durch Karim Benzema (1.), der einen gravierenden Fehler von Barca-Torhüter Victor Valdes bestrafte, beantwortete der Champions-League-Sieger nach 30 Minuten durch Alexis Sanchez. Ein abgefälschter Schuss von Xavi (53.) und ein Kopfball von Cesc Fabregas (66.) entschieden schließlich das 248. Giganten-Duell. "Zu den ersten 15 Minuten kann man Real nur gratulieren. Wir haben danach so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich bin mehr als glücklich darüber, wie wir zurückgeschlagen haben", sagte Barca-Coach Josep Guardiola.

Aber auch er wollte nicht sonderlich viel aus dem Erfolg ableiten. "Real wird die Niederlage nicht beeinträchtigen, sie werden nicht untergehen. Sie werden als unser härtester Rivale aus den Ferien zurückkommen", sagte er. Die Niederlage sei nicht entscheidend, "und gewonnen zu haben auch nicht".

Wesentlich euphorischer reagierte dagegen Xavi, der Dirigent des katalanischen Starensembles. "Dieser Sieg ist für uns der Wendepunkt. Wir verlassen Madrid mit einer gestärkten Moral", sagte er. Denn zuvor hatte der Meister nur neun von 18 mögliche Auswärtspunkten geholt.

Das Duell der Superstars gewann wieder einmal Lionel Messi gegen Cristiano Ronaldo. Zwar blieben beide bei 17 Saisontreffern stehen, doch leitete Messi mit einem Traumpass den Ausgleich ein, während Ronaldo vor dem Tor versagte und ein mögliches 2:0 vergab. "Dann wäre das Spiel anders ausgegangen", unkte Mourinho.

Quelle: sid

 
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