| 08.40 Uhr

Real in der Krise
Schuster: "Benitez hat Kroos abgesägt"

Twitter amüsiert sich über gesperrten Spieler in Reals Startelf
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Madrid/Berlin. Schon die dritte Saisonniederlage - und Weltmeister Toni Kroos sitzt bei Real Madrid nur auf der Bank. Ex-Trainer Bernd Schuster sieht die Entwicklung bei den Königlichen äußerst kritisch.

Für Real Madrids Ex-Trainer Bernd Schuster war die Sache klar. "Benitez hat Toni Kroos abgesägt", wetterte der "Blonde Engel" nach der 0:1-Schmach der Königlichen am Sonntagabend beim FC Villarreal beim Sportsender Radioestadio über Real-Coach Rafael Benitez.

Weltmeister Kroos schmorte beim erneuten Fiasko der Hauptstädter 90 Minuten auf der Bank. Für der Ex-Münchner pielte der Brasilianer Casemiro. In der 79. Minute unternahm Benitez noch einen Versuch zur Wende des Spiels und brachte einen neuen Mittelfeldspieler - aber nicht Kroos. Der Kroate Mateo Kavocic durfte aufs Feld. Darauf angesprochen, warum der Deutsche nicht berücksichtigt wurde, sagte Benitez lapidar: "Weil Casemiro gespielt hat."

Doch auch die Zwangspause für Kroos, der ansonsten fester Bestandteil der Stammelf war, brachte für Real gegen Villarreal nicht den erhofften Aufschwung. Nach dem frühen Gegentor durch Nationalstürmer Roberto Soldado (8.) hatten die Gäste kein Mittel. Die "Königlichen" präsentierten sich vor allem in der ersten Halbzeit unterirdisch und verpassten die Chance, Boden auf den nunmehr auf fünf Punkte Vorsprung davon gezogenen Tabellenführer FC Barcelona (2:2 gegen Deportivo La Coruna) gutzumachen. "In der ersten Halbzeit fehlte die Intensität", meinte Abwehrspieler Pepe.

Bleibt abzuwarten, ob Kroos wirklich abgesägt wurde und für längere Zeit auf der Bank Platz nehmen muss. Der ehemalige Bayern-Profi soll nicht der einzige Spieler sein, der Probleme mit dem Real-Coach hat. Auch Super-Star Cristiano Ronaldo werden Irritationen mit dem gebürtigen Madrilenen Benitez nachgesagt.

"Carlo Ancelotti wusste, auf welchen Positionen die Spieler am besten aufgehoben sind", stichelte Schuster weiter gegen Benitez, indem er auf dessen Vorgänger verwies. Der deutsche Ex-Profi kennt das Innenleben von Real gut, war nach seinem Profi-Engagement beim spanischen Rekordmeister von 2007 bis 2008 auch Trainer der einst Galaktischen.

In der Tabelle verlor Madrid weiter an Boden auf das punktgleiche Führungsduo mit Barcelona und Atletico Madrid. Dabei hatte sich Spitzenreiter Barcelona am 15. Spieltag ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert: Der Champions-League-Sieger (35 Punkte) kam gegen La Coruna trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus.

Durch die Patzer der beiden Großen avancierte Atletico zum großen Nutznießer. Der Meister von 2014 setzte sich mit 2:1 gegen Athletic Bilbao durch, zog nach Punkten mit Barca gleich und distanzierte zugleich den großen Lokalrivalen Real. Die Benitez-Elf (30 Punkte) ist nach ihrer schon dritten Saisonpleite weiterhin nur Dritter.

Barca indes konnte sich über den erneuten Ausrutscher des Erzrivalen aus der Hauptstadt jedoch nicht groß freuen. Der Meister und Pokalsieger machte sich direkt nach dem Spiel gegen La Coruna auf den Weg Richtung Japan. In Nippon wollen die Katalanen bei der Klub-WM den nächsten Titel einfahren.

(sid)
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