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Barca schlägt Real im Clasico
Geniestreich von Suarez lässt Kroos und Ronaldo verstummen

Suarez entscheidet "Clasico" für Barca
Suarez entscheidet "Clasico" für Barca FOTO: ap, PW
Barcelona. Der FC Barcelona hat den Clasico 2:1 gegen Real Madrid gewonnen und damit in der spanischen Meisterschaft für eine mögliche Vorentscheidung gesorgt.

Nach seinem Siegtreffer war Luis Suarez nicht mehr zu halten. Völlig enthemmt schrie der 28 Jahre Stürmer seine ganze Freude heraus, nachdem er zum 2:1 (1:0)-Endstand im Clasico zwischen seinem FC Barcelona und Real Madrid getroffen hatte. "Ein Geniestreich von Suarez entscheidet das Spiel", titelte denn auch Mundo Deportivo unter einem Bild mit dem jubelnden Torschützen.

"Das war ein Tor, das nur ganz wenige Spieler erzielen können. Deshalb haben wir für ihn gezahlt, was wir gezahlt haben", sagte ein überglücklicher Barca-Trainer Luis Enrique mit Genugtuung in der Stimme nach dem Schlusspfiff über seinen Matchwinner. Für den Nationalspieler aus Uruguay hatten die Katalanen im Sommer über 80 Millionen Euro an den FC Liverpool überwiesen, obwohl Suarez bei der WM in Brasilien nicht wegen seiner Torjägerqualitäten für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Weltweiten Ruhm erlangte "El Pistolero" wegen seiner tierischen Beißattacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini, für die er vier Monate von der Fifa aus dem Verkehr gezogen worden war. Im Clasico biss er dann in der 56. Minute auch sportlich wieder einmal zu - und erneut trug ein Italiener Wunden davon. Denn für Real-Trainer Carlo Ancelotti wird die Luft immer dünner, auch wenn sich der 55-Jährige kämpferisch gab. "Es ist noch nichts entschieden, im Fußball ist alles möglich, auch wenn es jetzt sehr schwer wird", sagte Ancelotti und flüchtete sich angesichts von vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Barcelona in Allgemeinplätzen.

"So einen Mann wie Suarez kann man nie ganz ausschalten. Er hat heute den Unterschied gemacht", lobte der frühere italienische Nationalspieler dann auch noch den Mann des Abends, der nach einem insgesamt achten Saisontor selbst ganz bescheiden blieb: "Ich freue mich für die Mannschaft. Denn dieser Sieg ist für uns ganz wichtig."

Während bei Barca die Superstars Lionel Messi und Neymar nach dem Abpfiff Suarez hochleben ließen, herrschte bei den Königlichen Tristesse. "Ich fühle mich verarscht nach einer Partie, in der wir so viele klare Tore hätten erzielen müssen. In der ersten Halbzeit hatten wir viele gute Torchancen, aber wir haben sie nicht verwandelt", sagte ein desillusionierter Sergio Ramos. Unterdessen verschwand ein frustrierter Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der in der 31. Minute das 0:1 durch Jeremy Mathieu (19.) egalisiert hatte, wieder einmal wortlos in der Kabine.

Weltmeister Toni Kroos, der gegen Messi eine starke Leistung gezeigt hatte und in der spanischen Presse sogar als "Gigant" (El Pais) gefeiert wurde, blieb ebenfalls stumm. Weltmeister-Kollege Sami Khedira, der aktuell mit Schalke 04 flirtet, stand nicht einmal im Kader der Königlichen, die bei ihrer Rückkehr in Madrid noch eine böse Überraschung erlebten. Einige Ultras attackierten die Real-Stars in ihren Nobelkarossen, als diese vom Trainingsgelände Valdebebas nach Hause fahren wollten.

(sid)
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