| 13.52 Uhr

Neymar und Suárez am Kopf getroffen
Messi-Eklat nach Flaschenwurf

FC Barcelona: Lionel Messi als Provokateur nach Flaschenwurf
Mit einer Flasche haben Fans des FC Valencia Neymar und Luis Suárez abgeräumt. FOTO: afp
Barcelona. Ein Siegtor in letzter Sekunde, eine schwere Verletzung und ein Messi-Eklat nach einem Flaschenwurf: Das Spiel des FC Barcelona beim FC Valencia war nichts für schwache Nerven und wird wohl ein Nachspiel haben.

Als es richtig hässlich wurde, hatte sich auch der Superstar nicht mehr im Griff. Obwohl schon alles aus dem Fanblock des FC Valencia geflogen kam, was nicht niet- und nagelfest war, stellte sich Lionel Messi wutentbrannt in den "Regen" aus Feuerzeugen, Bechern und Flaschen. Der kleine Argentinier im Trikot des FC Barcelona baute sich als großer Provokateur vor den gegnerischen Anhängern auf und bejubelte in martialischer Pose seinen Siegtreffer in der Nachspielzeit.

Zur Beruhigung der chaotischen Lage trugen die Gesten Messis, der wenige Sekunden zuvor vom Elfmeterpunkt das entscheidende 3:2 (1:0) für den spanischen Fußballmeister markiert hatte, nicht gerade bei. Erst die rasch herbeigeeilten Valencia-Profis wirkten auf ihre Fans ein und sorgten dafür, dass aus dem Eklat am Ende des Spiels nicht noch etwas Schlimmeres wurde.

Dabei dürfte das, was passiert ist, schon zu einer drakonischen Strafe für Valencia führen. Schließlich wurden die Stürmerstars Neymar und Luis Suárez, die den Siegtreffer Messis in der vierten Minute der Nachspielzeit mit dem Rest der Mannschaft bejubelten, von einer Plastikflasche am Kopf getroffen. Beide sackten zu Boden, kamen zum Glück aber ohne nennenswerte Blessuren davon.

Die Zeitung "Sport" sprach von einer "Hölle" und bejubelte den Triumph der "Götter" in Blau-Rot. Auch Trainer Luis Enrique machte keinen Hehl aus seiner Freude und seinem Stolz: "Meine Jungs haben heute gezeigt, wie viel Charakter sie haben", sagte er. "Wir haben das Tor gefeiert, wie man einen Last-Minute-Siegtreffer nun einmal gefeiert" und wies damit Kritik zurück, wonach der Jubel direkt vor den Heimfans bewusst provozierend gewesen sei.

Luis Enrique hatte ohnehin andere Sorgen. Denn der Sieg am 9. Spieltag war teuer erkauft. Schon nach 14 Minuten wurde Welt- und Europameister Andres Iniesta unter Tränen mit einer schweren Verletzung vom Platz getragen. Der 32 Jahre alte Routinier hatte sein rechtes Knie bei einem harten Foul von Enzo Perez überstreckt.

Iniesta erlitt einen Teilriss des Außenbandes und eine Kapselverletzung, er wird bis zu acht Wochen fehlen. Damit muss Enrique wohl auch im Clásico am 3. Dezember gegen Real Madrid auf seinen Spielmacher verzichten. "Wir haben sofort gesehen, dass es eine schwerwiegende Verletzung war", sagte Luis Enrique: "Und für das Foul gab es noch nicht einmal die Gelbe Karte."

Der Ausfall Iniestas kommt zur Unzeit. Denn Barca wird bereits seid einiger Zeit von Personalsorgen geplagt. Während Messi erst vor Kurzem nach fast einem Monat Pause zurückgekommen ist, erlitten Gerard Pique und Jordi Alba beim 4:0 (1:0) am Mittwoch in der Champions League gegen Manchester City Verletzungen.

Ohne ihren Strategen Iniesta taten sich die Katalanen mit dem deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen in Valencia lange schwer. Nach dem Führungstreffer Messis (22.) drehte der Gastgeber durch Tore des von Barca an Valencia ausgeliehenen Munir El Haddadi (52.) und Rodrigo (56.) die Partie. Nach dem Ausgleich von Suárez (62.) kam Messi in der Nachspielzeit - und mit ihm der Eklat.

(sid/dpa)
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